Matthäus 2,14-15:
Mitten in der Nacht brach Josef mit Mutter Kind nach Ägypten auf. Dort lebten Sie bis zu Herodes' Tod und es traf ein, was Gott durch den Propheten vorausgesagt hatte:"Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen".
(Hosea 11,1)
Hosea war wieder mal ein Prophet, der zu Zeiten der Teilung Israels im Nordreich wirkte. Er hatte seinen Auftritt von 750 - 725 v. Chr. Also bis unmittelbar zur Verschleppung des Nordreichs durch die Assyrer. Und genau an dieses Nordreich wendete er sich auch.
In meinen Augen ist jedes Wort, das ich schreibe, zuviel. Lesen Sie doch mal den Kontext zu unserem Bibelvers. Lesen Sie auch mal die Gute Nachricht und die Elberfelder Übersetzung. Schauen Sie sich an, was dort steht. Es ist ein Text von einem frustrierten Gott an ein abtrünniges Nordreich, dem verheißen wird, dass es Druck gibt, wenn es nicht endlich umkehrt. Selbst die Verschleppung bekommt es verheißen: Hosea 11,5: "Assur wird sein König sein, weil sie sich weigern umzukehren."
Mit einer Prophetie für Jesus hat dieser Bibelabschnitt doch nun wirklich überhaupt nichts zu tun. In dem fraglichen Vers spricht JHWH von Israel. Als Israel jung war, gewann er es lieb und hat es aus Ägypten gerufen. Das steht hier. Sonst nichts. Hier geht es nicht um Jesus. Hier geht es um nichts anderes als Gottes Volk Israel, das ihm untreu ist und dem Gott nun Vorhaltungen macht im Sinn von: "Ich hab soviel für dich getan und du hast mich ja so enttäuscht..."
Jeder, der mal unglücklich verliebt war, kenn diese Spielchen doch. Mit Jesus hat dieser Abschnitt aus Hosea nun wirklich nichts zu tun. Und wenn die Bibel sich selbst wirklich auf diese Weise auslegen will, komme ich mir vor, als wäre ich im falschen Film.