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Ohne diesen Aufkleber bibeltreu bliebe für mich nur ein relativ verwaschenes Bild eines lieben Gottes. Die schönen Bibelstellen nimmt man als Richtschnur und feiert mit ihnen an Weihnachten das Christkind und die nicht so schönen ignoriert man einfach. Wer das tun will darf das tun. Ich sehe den Sinn nicht und kann mir auch nicht vorstellen, dass es einen Gott gibt, der uns etwas schriftliches hinterlässt aus dem wir uns dann aussuchen dürfen, was wir davon Ernst nehmen und was nicht.
Man könnte sich auch rein auf Erfahrungen zurückziehen. Dies käme im Prinzip auf das gleiche heraus: Ich baue mir dann mit ein bißchen Weihnachtsgeschichte, Ostern und ein wenig Esoterik meinen eigenen Gott. Auch das darf jeder so handhaben, wie er möchte.
Für mich sind diese Wege nicht zielführend.
Wenn man von solchen Menschen liest, muss man sich irgendwann die Frage stellen, wie man denn mit deren Lehren umgehen will. Ich habe ja oben schon beschrieben, welchen Weg Sie zumindest in den mir bekannten Landeskirchen vermittelt bekommen: Eine einzige Ansammlung von Man müsste mal und Wir haben uns alle lieb. Nächstenliebe und persönliche Veränderung sind sicher Grundlehren der Bibel. Aber es sind eben nicht die Hauptlehren.
Die Hauptlehre der Bibel, wird für Außenstehende ungewöhnlich und auch ein wenig sektiererisch klingen: Sie leben in Sünde. Sie müssen umkehren. Gott hat Sie lieb. Jesus ist für Ihre Sünden bereits bestaft worden. Folgen Sie ihm nach und Sie werden in den Himmel kommen. Das ist die Lehre der Bibel in groben Zügen.
Die Lehre der Bibel hat aber auch eine Kehrseite: Und die besagt, dass alle, die sich zu ihren Lebzeiten nicht für Jesus entscheiden, in die Hölle gehen. Auch die Toleranz anderer Religionen ist im Prinzip nicht vorgesehen.
Und so muss man sich irgendwann entscheiden, ob man die Bibel als Märchenbuch begreifen will, damit man schön Weihnachten feiern kann + ab und zu eine Predigt mit viel man müsste mal anhört. Oder ob man ernst macht und das tun will, für das diese Menschen aus dem damaligen Umfeld Jesu sich haben umbringen lassen: Jesus bedingungslos nachfolgen.
Wie? Ein Fisch? Sie dachten, Christen verwenden ein Kreuz als Symbol ihrer Religion.
Warum? Vielleicht auch wegen Matthäus 4,19. Da beruft Jesus ein paar seiner zukünftigen Jünger (darunter auch Petrus) und sagt: Ich werde euch zu Menschenfischern machen!
Landeskirchen-Karteileichen verwenden das Kreuz und glauben ja auch irgendwie an Gott. Darum haben sich einige, die ihren Glauben etwas ernster nehmen, dazu entschiedenen, dieses alte Symbol eines Fisches zu verwenden um zu zeigen: Ich gehöre zu Jesus.
Das Kreuz bleibt weiterhin ein wichtiges christliches Symbol. Wenn man allerdings einen Fisch sieht (meistens als Autoaufkleber), kann man davon ausgehen, dass der Träger seinem Glauben etwas mehr Aufmerksamkeit widmet als der gemeine Kirchensteuerzahler.
Und so gibt es auch Autoaufkleber mit einem Fisch und dem Wort ICHTHYS oder ΙΧΘΥΣ.
Manche schreiben auch Ιχθυς (Ichthus) — möglicherweise, weil das kleine griechische Ypsilon wie unser kleines u aussieht. Gesprochen wird es meinen Informationen nach allerdings, wie ein ü. Nur in Verbindung mit einem o wird daraus unser u-Laut (siehe Jesus oben).
Bibeltreue Christen sind nicht gewalttätig. Im Gegenteil, sie lassen sich eher Gewalt antun. Sie missionieren in Ländern, in denen sie wegen ihrer Religion unerwünscht sind, tun Gutes und versuchen Menschen für Jesus zu gewinnen. Wenn man von bibeltreuen Christen spricht, muss man immer auch die positiven Taten dieser Menschen sehen. Ich habe viele Berichte von Missionaren gehört, die in der Mission sind und unendlich viel Gutes tun.
Aber bei allem Guten, muss man sich bewusst sein, dass christliche Missionare in verschiedenen Ländern gerade auch Menschen in Gefahr bringen. Wenn in einem Land Christen verfolgt werden, dann sind dort gerade die Neu-Missionierten besonderen Gefahren ausgesetzt. Ich habe ja bereits etwas über Somalia 2007 geschrieben (vorletzter Absatz).
Um es auf den Punkt zu bringen. Das bibeltreue Christentum, so wie ich es erlebt habe, entspricht ziemlich genau dem, was der Volksmund als Sekte bezeichnet. Sie tun merkwürdige Dinge, die der normale Mensch nicht tun würde und richten ihr Leben an einer Religion aus, deren Werte von der des normalen Bürgers abweichen.
Ich zum Beispiel habe 10% meines Nettoeinkommens meiner Gemeinde überwiesen. Können Sie sich vorstellen, wie meine Eltern geschaut haben, als sie davon erfahren haben?
Bibeltreue Christen werden sich sehr dagegen wehren, als Sekte bezeichnet zu werden. Einfach weil dieses Wort so negativ belegt ist. Wenn man sich aber ansieht, was sie glauben und was sie tun (über einiges habe ich auf dieser Webseite ja geschrieben) dann kann man sagen: der Begriff Sekte – so wie ihn der Volksmund versteht – trifft es schon relativ genau.
Man kann dabei dem bibeltreuen Christentum zugute halten, dass es keine Menschen ausbeutet und vieles mit guten Vorsätzen tut. Es bleibt aber dabei: das bibeltreue Christentum gibt seinem Gott – dessen Wille es aus der Bibel ableitet – eine absolute Machtstellung. Bibeltreue Christen richten Ihr Leben nach der Bibel aus und dies hat keineswegs nur positive Auswirkungen und kann zu erheblichen lebensveränderten Entscheidungen führen, die man ohne diesen Glauben niemals treffen würde.
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