Christen und Verhütung

Heute war wieder einer dieser Tage, an denen ich meine Google-Analytics durchsah. Und was kommt mir entgegen: Der Suchbegriff: "Christen und Verhütung". Und schon bin ich in Diskutierlaune.

Der Papst und Verhütung

Und schon fällt mir der Papst ein. Eigentlich interessiert mich der Papst ja eher nicht. Aber wenn jemand in die Dritte Welt fährt und dort in einer Hochburg von Aids gegen Kondome spricht, fällt mir dazu nichts mehr ein. Alle Katholiken mögen mir nachsehen, dass mir der deutsche Papst bisher nicht durch besondere Taten aufgefallen ist und ich darum noch meine Erinnerungen an den letzten aufleben lassen muss.

Bist du allein?

Hier ein paar Suchbegriffe, mit denen Leute auf diese Webseite fanden:

Du siehst, das Thema beschäftigt auch andere. Irgendwie beruhigend, oder? Naja, und wenn hier noch nichts steht, liegt es daran, dass diese Seite neu ist :-)

Was sagt die Bibel zum Thema Verhütung?

Muss ich wirklich meine Bibel aus dem Schrank holen, um das zu beantworten? Fangen wir doch einfach an, uns zu erinnern.

Seid fruchtbar und mehret euch

Da ergeht der Befehl des Herrn an die Menschen: "Seid fruchtbar und mehret euch..."  Damit hat dieser Gott zumindest schon mal die grobe Marschzahl festgelegt. Was er nicht gesagt hat ist: "mehret euch so zahlreich wie nur möglich". Also hat der Mensch wohl noch ein Mitspracherecht. Jedenfalls soweit er damals zu sexueller Zurückhaltung in der Lage war. Es bestand also in biblischer Zeit kaum eine Gefahr, dass die Menschheit dieses Gebot nicht würde umsetzen wollen :-)

Mein Freund Onan

Wenn man sich theologische Ausarbeitungen zum Thema Verhütung ansieht, wird auch gern unser Freund Onan zitiert. Wer ihn nicht kennt, findet ihn in meinem Abschnitt über Selbstbefriedigung.

Aber auch der trifft nicht so hunderprozentig die Sachlage der Verhütung. Denn er sollte ja auf besonderen Befehl des Herrn (oder zumindest nach seinem Gebot) ihm Namen seines Bruders Nachkommen zeugen. Es war also nicht die "Verhütung", die unseren Gott offensichtlich störte, sondern die Tatsache, dass er damit gegen ein anderes Gebot verstieß. 

Kinder sind etwas positives

Die Bibel stellt Kinder als etwas positives dar. Also müssen sie es wohl auch sein.

Na klar sind sie es. Abraham hatte noch keine Rentenversicherung. Logisch waren Kinder für ihn etwas positives. Das sind sie auch heute. Aber heute sind sie nicht mehr ganz so überlebenswichtig wie in biblischer Zeit. Und dass viele Kinder ein Segen waren - auch logisch. Schließlich ist ja bestimmt die Hälfte schon im Kindesalter, wenn nicht schon bei der Geburt gestorben. Daraus nun ein Gebot ableiten zu wollen, ist in meinen Augen völlig daneben.

Verhütung ist nicht gleich Verhütung

So, liebe Christen. Nun kommts!

Wusstet ihr, dass Verhütung nicht gleich Verhütung ist? Eigentlich kann man von selbst darauf kommen. Wenn ich ein Kondom verwende, verhüte ich ja relativ weit "vorn". Immer vorausgesetzt, dass das Ding sein Geld wert ist.

Nehme ich stattdessen die Pille. Oder besser gesagt, meine ... ihr wisst schon. Dann spielt sie ihrem Körper eine Schwangerschaft vor. Und das führt in aller Regel wohl dazu, dass die Eizelle in den meisten Fällen nicht befruchtet wird. Leider nur in aller Regel. Sicher ist es nicht. Und wenn es dann doch passiert, stirbt diese befruchtete Eizelle wohl bald wieder. Das ist tragisch. Vor allem, wenn man sie dann schon als "Kind" definieren möchte.

Die Spirale und was es sonst noch alles schönes gibt, haben ähnliche Probleme.

Stellt sich also eine neue Frage:

Wo beginnt eigentlich das Leben?

Diese Frage habe ich - glaube ich - in meinem Abschnitt über Abtreibung diskutiert. Es ist eine dieser Fragen, die man mit allem und nichts beantworten kann. 

Für viele beginnt das Leben ab der Befruchtung der Eizelle. Warum?

Warum sind meine Millionen abgeschossenen Samenzellen nicht auch Leben? Nur weil wir von vornherein wissen, dass maximal eine einzige "überleben" wird? Ich finde diese ganze Diskussion relativ abstoßend. Vor allem vor dem Hintergrund, dass angeblich irgendein Gott eine Meinung dazu haben soll.

Angeblich hat dieser Gott doch eben mal mit der Sintflut die ganze Schöpfung ausgeblasen, die er ein paar Jahre vorher noch "sehr gut" fand. Bei David hat er wegen einer unerklärlichen Laune 80.000 Menschen umgebracht. Und so ziemlich die komplette Menschheit freut sich nach biblischer Lehre auf eine Zukunft in der Hölle. Und wegen diesem Gott machen wir uns nun Gedanken um das Thema Verhütung. Find ich prima.

Mein Fazit zum Thema Christen, Bibel und Verhütung

Aufwachen. 

Mein Fazit heißt: Aufwachen.

Die Bibel hat keine Antwort auf Verhütung, weil es so etwas schönes zu biblischen Zeiten noch nicht gab. Bleibt also euer Gott. Wenn der euch allerdigs nicht antwortet, dann wäre mal eine andere Frage angebracht: Existiert Gott überhaupt? Oder mache ich mich das Leben wegen einem alten Märchenbuch schwer.

Und bevor du dich nun rechtfertigst, lass uns nachdenken, wie moralisch ist wirklich ist, in der Dritten Welt den Schutz durch Kondome verbieten zu wollen. Meine persönliche Ansicht ist, dass sich die Kirche genauso überlebt hat, wie dieser Bibel-Gott. 




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