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Die Bibel ìst eigentlich kein Buch. Sie ist eine Sammlung von Schriftstücken. Würde man diese Schriftstücke nach Ihrer Gattung (Briefe, Lieder, Geschichtsschreibung, Poesie usw.) auf verschiedenfarbige Seiten drucken, wäre sie bunt wie ein Regenbogen.
Diese Schriftstücke hat man zusammengestellt & dann in Form eines Buches herausgebracht. Das macht auch Sinn, wirkt aber für den uninformierten so, als ob das Ding so schon immer existiert hat. Das hat es nicht. Existiert haben nur die einzelnen Schriftstücke.
Die folgenden Daten stammen u.a. aus Wayne House, Chronologische Tabellen zum Neuen Testament.
Erst seit 367 n. Chr. liegt uns der Kanon (= die Zusammenstellung der biblischen Schriften) so vor, wie wir sie heute kennen. Keineswegs war zu jeder Zeit klar, welche Schriften nun "heilig" sein sollen. Unsicherheit bestand bei Jakobus, Hebräer und Judas bis zum 4. Jahrhundert und bei den beiden Petrusbriefen bis zum 2. Jahrhundert. 2. Petrus und 2.-3. Johannes werden im 4. JH noch als umstritten genannt.
Redet man also von der Zeit der ersten Christen, muss ganz klar sein, dass damals noch nicht jeder mit seiner Senfkornbibel in der Tasche rumgelaufen ist. Auch nicht jeder Gemeinde lagen die Abschriften aller Briefe vor, auch wenn sie schnell die Runde machten. Und manchen Gemeinden lagen Briefe vor, die wir heute nicht mehr haben.
Doch dazu später mehr.
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