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Prophezeiungen in der Bibel

Ich hatte immer großes Interesse an Argumenten, die die Wahrheit der Bibel unterstreichen. Was eignet sich da mehr, als erfüllte Prophezeiungen.

Dann endlich hatten wir einen Mittagsvortrag bei einem bibeltreuen Prof. Dr. der Theologie zum Thema "Prophetie in der Bibel" (oder so ähnlich). Ich war äußerst gespannt. Endlich mal hören, was sich denn wirklich erfüllt hat.

Ich tat mich bis dahin schwer mit den Prophezeiungen, die ich in der Bibel fand. Kann ich wirklich hingehen und einen Vers völlig aus dem Zusammenhang reißen und zur erfüllten Prophetie erklären (wie das Matthäus gern tut)?

Wenn ich ehrlich bin. Der Vortrag war ernüchternd. Ich kann seine Worte noch heute (15 Jahre später) fast wörtlich wiedergeben:

"Die Prophezeiungen des AT im NT gehen keineswegs runter wie Öl. Sie sind uns durch die Bibel vorgegeben."

Er sagte damit genau das, was ich auch dachte: ich glaube, dass kein Theologe die Matthäus-Prophezeiungen mit einem Haken versehen würde, wenn sie eben nicht in der Bibel stünden.

Mir machte das immer schon etwas Angst, denn...

Konstruktion 1:
Hätte Matthäus sich diese Dinge nur ausgedacht, um den Machtanspruch Jesu herauszuarbeiten, dann wäre die Bibel nicht unfehlbar und die nächste Frage von mir wäre: was stimmt noch alles nicht...
Konstruktion 2:
Gott hat es nötig, seinen Machanspruch mit windigen Bibelstellen zu belegen. Er hat immerhin angeblich Himmel und Erde geschaffen und immer wieder gesagt, dass man ihn an seinem Wort prüfen soll. Sollte er da nicht etwas zu bieten haben, was auch ohne langes Quizspielen überzeugt?

Überzeugen die Prophezeiungen (bspw. im Matthäus-Evangelium) wirklich, wenn man ihre Belegstellen mal im Zusammenhang liest?




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