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Wer lesen kann, der lese 5. Mose 24,1-4 und Matthäus 19,8.
Diese Stellen können Prinzip das Leben anderer Menschen zerstören oder lebenslange Schuldgefühle hervorrufen.
Im 5. Mose wird Ehescheidung ausdrücklich erlaubt. Gut. Was die Israeliten daraus gemacht haben, ist eine andere Sache. Auch richtig: Das Gesetz ìst für uns nicht mehr relevant. Darum soll es auch gerade nicht gehen. Wir schauen uns nur mal Jesu Worte an.
Jesus verbietet die Ehescheidung mit Hinweis darauf, dass Mose die Scheidung wegen des verhärteten Herzens (!!! — bedeutet das eigenmächtig?) erlaubt hat (Mt 19).
So oft ich den Text aus 5. Mose auch lese. Ich finde keinen Anhaltspunkt dafür, dass Mose dieses Gebot selbst aufgestellt hat. Mose hat ein verbindliches Gesetz für alle Israeliten formuliert. Das war ihm klar und derjenige, der es "unterzeichnet" hat, war Gott selbst.
1500 Jahre war dieses Gesetz nun bis zu seiner angeblichen Richtigstellng. durch Jesus in Kraft. Das ist eine sehr lange Zeit für ein Gebot, das eigentlich gar nicht in die Bibel reingehört.
Für mich ist diese Stelle ein Beweis dafür, dass am Prädikat "von Gott eingehaucht" irgendetwas faul ist. Ich kann nicht nach 10 Jahren zu meinem Arbeitgeber gehen + sagen: "das hier in meinem Arbeitsvertrag, das habe ich aber eigentlich nie so gemeint". Mein Arbeitgeber wird sagen: "Warum hast du es dann damals so unterschrieben?". Und er hat recht, das zu fragen.
Ich empfehle, das Gesetz einmal durchzulesen, ab den 10 Gebοten (2. Mose 20) bis zum Ende des 3. Mose. Alternativ von mir aus auch das 5. Buch Mose ab der hier aufgeführten Stelle (5. Mose 24). Dabei bitte darauf achten, welchen Nachdruck dieser Gott darauf legt, dass dieses Gesetz gilt, nicht geändert werden darf, ein ewiges Gesetz ist, Segen verspricht und jeder, der dagegen verstößt, dem Herrn ein Greuel ist.
Dieses Gesetz wurde immer wieder von Gott "unterschrieben" oder "überschrieben" mit "so spricht der Herr", mit Verheißungen oder Drohungen.
Wenn dieser Gott nach 1500 Jahren kommt und plötzlich Mose hier eine eigenwillige Einfügung unterjubeln will, dann wirkt das auf mich irgendwie unprofessionell. Übrigens ganz unabhängig davon, ob wir uns heute noch um dieses Gesetz sorgen müssen oder nicht.
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