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Wollen wir ihn uns mal in voller Schönheit und in mehreren Schriftarten ansehen:
יהוה יהוה יהוה
Anfänglich hatte diese Seite nur ein paar Argumente zum Namen Gottes. Doch durch Zuschriften sah ich, dass dieser Name ein große Faszination auf viele Leser ausübt. Darum habe ich diese Seite etwas aufgeblasen und versuche schwierigere Fragen zu beantworten.
Weil einige Punkte nur durch etwas vertiefteres Wissen über die hebräische Sprache zu verstehen sind, habe ich einige Lektionen Hebräisch eingefügt. Die stehen aber extra in grauen Textboxen, so dass man sie einfach überspringen kann.
Ich kann jetzt schon mal versprechen: wenn Sie ganz unten ankommen, werden Sie so klug sein, Sie werden kaum noch stehen können. Ob Sie am Ende wirklich wissen, wie der Name Gottes lautet — ich weiß es nicht. Sollten Sie es am Ende nicht wissen, wissen Sie aber in jedem Fall, warum Sie es nicht wissen. Also, viel Spaß.
Heute streiten sich die einen darüber, wie der Name denn lautete. Die anderen diskutieren, ob das überhaupt wichtig ist. Wieder andere legen Wert darauf, lieber einem falschen Namen zu verwenden, als gar keinen — ganz vorne die Zeugen Jehovas. Und noch andere ... ach, egal.
Lässt ein ewiger, allmächtiger Gott wirklich sein Volk seinen Namen vergessen? Gern wird das "Vergessen" auf die Menschen abgeschoben. Aber warum vergisst ein Volk Gottes den Namen seines Gottes? Hier stimmt doch etwas nicht!
Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf viele Fragen rund um dem Gottesnamen יהוה (JHWH). Machen Sie sich selbst ein Bild.
Diese Vokale sind leider über die Jahre verlorengegangen. Keiner weiß heute mehr mit Sicherheit, wie dieser Gottesname יהוה (JHWH) ausgesprochen wurde. Nur diese vier Buchstaben sind noch bekannt. Warum das so ist, verstehen Sie nach unserer ersten Hebräisch-Lektion:
Hebräisch ist eine Konsonantensprache. Was das bedeutet, mag vielen nicht klar sein.
Der Hebräer benötigt keine Vokale (a, e, i, o, u), um ein Wort zu erkennen. Dies liegt nicht daran, dass Hebräer Hellseher sind, sondern ihre Sprache funktioniert einfach anders als unsere. Hebräisch ist auf Konsonanten aufgebaut und die Vokale sind deutlich unwichtiger, als bei uns.
Auch die heutigen Zeitungen in Israel enthalten keine Vokale. Die Vokale sind von so untergeordneter Bedeutung, dass sie nicht benötigt werden, um einen Text zu verstehen.
Problematisch wird es allerdings bei Eigennamen. Und genau diesen Fall haben wir nun mit unserem Bibel-Gott. Er heißt יהוה (JHWH). Welche Vokale zwischen diesen vier Buchstaben standen – und überhaupt wieviele – dieses Wissen ist verlorengegangen.
Die christlichen Kirchen glauben an eine Dreieinigkeit zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist. So spielt Jesus im Neuen Testament quasi eine Doppel-Hauptrolle als Mensch und Gott.
Die christlichen Kirchen werden daher Wert darauf legen, dass man den Namen Jesu bekennen muss und nicht den Namen יהוה (JHWH). Wenn Sie also in unserer christlichen Kultur aufgewachsen sind, haben Sie bisher nichts von diesem Gottesnamen gehört, weil er für die Kirchen keine große Wichtigkeit mehr hat.
Die Zeugen Jehovas werden dem geflissentlich widersprechen.
Woran erkennen wir das Wort sagen? Am Wortstamm "SAG". Ganz egal, in welcher Form wir das Wort verwenden: SAGen, SAGte, geSAGt, SAGend. Der Wortstamm ist immer enthalten.
Hebräisch funktioniert nun anders. Für uns sind Sagen, Siegen, Sägen und Segen verschiedene Worte. Für den Hebräer nicht. Wir hören bei Sagen sofort das SAG heraus. Der Hebräer stattdessen — hört das SGN. Ob Sagen, Siegen, Sägen oder Segen - der Hebräer schriebe alles so: זגן (SGN) — und er würde dahinter auch immer die gleiche Bedeutung vermuten.
2. Mose 20,7:
Du sollst den Namen des יהוה (JHWH) nicht missbrauchen. Wer den Namen des יהוה missbraucht, wird von ihm bestraft.
Die Juden kamen dem dadurch entgegen, dass sie den Gottesnamen einfach nicht mehr verwendeten. Wenn ich den Namen Gottes nicht mehr ausspreche, kann ich ihn auch nicht missbrauchen. So war deren Gedankengang. Statt des Namens sagten die Juden nun אדני (Adonaj = Herr) oder אלהים (Elohim = Gott). Unser Bibelzitat lautet dann so:
2. Mose 20,7:
Du sollst den Namen des HERRN nicht missbrauchen. Wer den Namen des HERRN missbraucht, wird von ihm bestraft.
Diese Ansicht kann man nun belächeln, sich empören oder wundern. Versuchen wir mal, die Juden zu verstehen. Setzen wir uns kurz mit dem alttestamentlichen Glauben auseinander:
Nun machen wir beide doch mal eine Zeitreise — so etwa 3300 Jahre zurück. Einige ausgesuchte Männer tragen die Bundeslade. Sie laufen nebenher. Plötzlich stolpert einer. Hilfe! Die Bundeslade von droht hinzufallen.
Was tun Sie?
Keine Zeit zu überlegen.
Was tun Sie — im Affekt?
Springen Sie zur Hilfe und stützen Sie die Lade?
Genau das ist im Alten Testament tatsächlich passiert — nachzulesen im 2. Samuel 6. Der Gott der Bibel hätte Sie in dem Moment umgebracht, in dem Sie die Bundeslade berührt hätten. Ja, genau, es handelt sich um den lieben Gott, zu dem Sie jeden Abend als Kind ihr Nachgebet gesprochen haben.
Das war der Glaube des Alten Testaments. In dieser Welt und mit diesem Gott lebte Israel. Damals gab es wenig Auslegungsspielraum. Wenn man sich fragt, warum ein Volk Gottes den Namen seines Gottes vergessen kann, dann muss man sich unbedingt deren Kultur und deren Glauben ansehen. Dieser alttestamentliche Gott zeigte sich ausgesprochen wenig kompromissbereit bei der Auslegung seiner Gesetze. Darum habe ich ein gewisses Verständnis dafür, dass der Glaube Israels immer akribischer ausgelegt wurde.
Wenn man sich die Sache mit der Bundeslade ansieht, versteht man möglicherweise etwas besser, warum ein Volk Gottes sagt: Unser Gott hat gesagt, wir sollen seinen Namen nicht missbrauchen. Wir wissen nicht genau wo die Grenzen sind. Also — bevor wir etwas falsches tun, verwenden wir ihn besser nicht.
Und so ging die richtige Aussprache verloren. Niemand kann heute mehr mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, wie der Name wirklich ausgesprochen wurde.
Wenn Sie nun in Ihre Bibel schauen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder finden Sie dort zuviele oder zuwenige Gottesnamen.
Die einen verbannen einen Gottesnamen über 6000 Mal aus dem kompletten Alten Testament. Grund ist eine übersensible Auslegung der Juden, die den Namen vergaßen, weil sie glaubten, ihn dadurch nicht missbrauchen zu können. Dabei wissen wir doch, dass man den Namen Gottes auch missbrauchen kann, ohne ihn zu gebrauchen. Es kommt doch nicht auf die Nennung eines Namens an, sondern auf die Intension. Genau solche spitzfindigen Auslegungen hat Jesus doch bei den Pharisäern angeprangert.
Gut — im Neuen Testament findet sich kein Gottesname. Aber das ist doch kein Grund, ihn auch im Alten Testament wegzulassen.
Die anderen – die Zeugen Jehovas – fügen Jehova gleich 237 Mal im Neuen Testament ihrer Neuen-Welt-Übersetzung ein, wo er nicht hingehört. Die alten Manuskripte des Neuen Testaments – die die Vorlage für die Übersetzung bilden – enthalten aber gar keinen Gottesnamen. Dort steht Κυριος (Kyrios = Herr) oder Θεος (Theos = Gott).
Sicher – das geht zurück auf die damalige jüdische Kultur – die hatten den Namen wahrscheinlich schon zur Zeit Jesu vergessen. Auch Jesus verwendete den Gottesnamen nicht. Er nannte Gott Αββα = אבה = Abba = Papa. Die anderen Autoren des Neuen Testaments sprachen etwas ehrfürchtiger vom Πατρος (Patros) = אב (Av) = Vater. Das wars. Keiner nannte den Namen Jehova im Neuen Testament und es ist völlig abwegig, nun einen Jehova-Kult hineinzudichten.
Meine persönliche Ansicht: Beide finden wortreiche Erklärungen für ihre Vorgehensweise. Beide Erklärungen sind für mich sehr fragwürdig.
Ja, JHWH, JHVH, YHWH, YHVH sind alles gültige Versionen des Gottesnamens יהוה (JHWH).
Es handelt sich einfach nur um unterschiedliche Übertragungen der hebräischen Buchstaben in unsere Schrift. Näheres dazu folgt in der nächsten Hebräisch-Lektion:
Es klingt so einfach, jedem hebräischen Buchstaben einen deutschen gegenüberzustellen. In unserer internationalen Welt, werden aber unsere lateinischen Buchstaben je nach Land unterschiedlich ausgesprochen. Das führt dazu, dass jeder Übersetzer die Buchstaben tendenziell so in die lateinische Schrift überträgt, wie es dem Laut seiner Sprache entspricht. Aber schauen wir uns das in der Praxis an:
Nun verstehen wir, warum ein Deutscher eher JHWH schreiben würde, während der Engländer YHVH für logischer hält.
Jehova ist nun ein besonders interessantes Wort. Wir Deutschen hätten wohl "Jehowa" geschrieben. Ein Engländer schriebe "Yehova".
Warum auch immer, Jehova hat sich eingebürgert und wird international am meisten verwendet. Andere Schreibweisen sind nicht falscher oder richtiger. Eben nur anders. Spätestens mit den weltweit agierenden Zeugen Jehovas haben wir uns an die internationale Version "gewöhnt".
Wir erinnern uns an den Satz, mit dem sich Gott vorstellte: 2. Mose 3,14: אהיה אשר אהיה (Ehjeh ascher ehjeh = Ich bin, der ich bin)
Andere Übersetzungen schreiben: Ich werde sein, der ich sein werde. Auch die Übersetzung: Ich werde [für euch] da sein... wäre möglich.
Und so mag יהוה (JHWH) so etwas bedeuten, wie "der Seiende" oder der "Daseinsbringende" (=Schöpfer?).
Das sind schon ziemlich viele Namen und das Jeho- ist unstreitig eine Kurform des Gottesnamens. Damit steht es 1:1.
Auch die hebräische Form von Jesus ist dabei, denn den haben seine Jünger wohl nicht Jesus, sondern ישוע (Jeschu'a) oder יהשוע (Jehoschu'a) genannt. Dafür gibts einen Sonderpunkt und es steht 1:2 für Jehova.
Oder ist Halleluja so wichtig, dass es auch hier einen Sonderpunkt geben müsste? Die Propheten haben schließlich nur immer eine kurze Zeit gelebt. הללויה (Halelujah) sang man über einen langen, langen Zeitraum hinweg — quasi über das komplette Alte Testament.
Ja, dafür geben wir einen Sonderpunkt. Also 3:2 für Jahwe.
Ok. Im Hebräischen enden diese Worte alle mit -jahu. Dieser Punkt geht also eigentlich weder an Jehova noch an Jahwe. Aber wir haben hier ganz klar zwei Silben. Das spricht wieder für Jehova. Selbst Jahuwa klingt eher nach Jehova als nach Jahwe. Also steht es nun 3:3 und damit unentschieden.
- Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken
- Die Häuser der Juden zerstören und sie in einem Stall zusammentreiben
- Die Juden aller religiösen Literatur berauben, bis aufs letzte Blatt
- Den Juden bei Todesstrafe verbieten, öffentlich zu Gott zu beten
- Die Juden unter Hausarrest stellen
- Den Juden alles Geld, alles Silber und allen Schmuck nehmen (in Gewahrsam)
- Die jungen, starken Juden schwer arbeiten lassen
Die Wiedertäufer wollte er meines Wissens nach auch umbringen. Luther hat damit klargestellt, dass er auf niemandes Seite ist. Nicht auf der Seite der Juden, die den Gottesnamen יהוה (JHWH) durch אלהם (Elohim = Gott) oder אדני (Adonaj = Herr) ersetzt haben. Und auch nicht auf der Seite der "Wiedertäufer", die ich mal mit den heutigen evangelikalen Christen oder den Zeugen Jehovas gleichsetzen möchte.
Man kann von Martin Luther denken, wie man will. Aber es ist schon verwegen, wenn man in einer Zeit, in der man für Ketzerei auf den Scheiterhaufen geworfen wird, einer katholischen Kirche 95 Thesen an die Tür nagelt. Dafür hat er meinen Respekt. Für seinen Rassismus – und es ist mir dabei gleich, ob er gegen Juden oder andere hetzt – hat er meine Verachtung.
Wie ist nun dieser Martin Luther bei seiner Übersetzung vorgegangen? Was hat er mit dem Gottesnamen gemacht? Bringt er uns weiter?
So langweilig es klingen mag: er hat im Alten Testament genauso JHWH durch Herr/Gott ersetzt, wie es die Juden taten, die er so ganz offensichtlich wenig mochte.
Und wem vergeben wir nun Punkte? Wir vergeben keine. Aus Luthers Vorgehensweise schließe ich, dass er gesagt hätte, es käme nicht auf den Namen an und diese komplette Diskussion hier sei sinnlos. Darum ziehe ich hier sowohl der Jehova- als auch der Jahwe-Fraktion einen Punkt ab. Es steht also wieder 2:2.
Die Jehovas werden nun frohlocken, dass die unrevidierte Elberfelder tatsächlich im Alten Testament den Namen Jehova verwendete. Das Wort "unrevidiert" lässt allerdings auf eine alte Fassung schließen. Seit der Revision, steht dort nicht mehr Jehova.
Ohne hier solche Fälle im Einzelnen diskutieren zu wollen, gehe ich davon aus, dass die Revisoren ihre Gründe hatten und dass diese Gründe nicht darin lagen, die Zeugen Jehovas zu ärgern. Also ziehe ich beiden Seiten wieder einen Punkt ab: Es steht 1:1.
Dort war man so motiviert, dass man das Wort Jehova an 237 Stellen im Neuen Testament eingefügt hat. Es steht aber gar nicht im griechischen Grundtext. Nach einigen Worten im Anhang der Neuen Welt Übersetzung sei man hier sehr behutsam vorgegangen. Prüfen wir das wohlwollend:
In Römer 10,9 steht, dass man ...mit dem Mund bekennen soll, dass Jesus der Herr ist.
Vier Verse weiter – Römer 10,13 – steht Wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet.
Nicht so in der Neuen Welt. Dort wird gerettet, ...wer den Namen Jehovas anruft
In beiden Versen steht das gleiche griechische Wort Κυριος (Kyrios = Herr) im Grundtext.
In meinen Augen darf man im Bezug auf Bibelauslegungen unterschiedlicher Meinung sein. Aber ich werde ungern belogen. Mit dieser Übersetzung hat die Wachtturm-Gesellschaft mein Vertrauen verloren. In meinen Augen wurde hier keineswegs behutsam vorgegangen, sondern die Übersetzung aufgrund theologischer Prämissen manipuliert.
So etwas kann und will ich nicht akzeptieren. Darum disqualifiziere ich die Neue Welt und es bleibt bei einem Unentschieden zwischen Jahwe und Jehova.
Die Ersetzung des alttestamentlichen Gottesnamens in den gängigen Bibelübersetzungen finde ich nicht gut. Sie hat aber eine lange Tradition, die bis in den jüdischen Glauben und in das frühe Christentum zurückreicht. Wir haben gerade gelesen, dass sogar Luther dieser Ansicht gefolgt ist, dessen Judenhass man fast mit Hitler vergleichen kann.
Möglicherweise hat Jesus den Gottesnamen genauso vermieden, wie die anderen Menschen jüdischen Glaubens. Wir wissen es nicht. Darum verurteilt auch niemand den anderen, wegen einer abweichenden Ansicht. Die Sache ist schlicht nicht klar.
Die Ersetzungen der Wachtturm-Gesellschaft dagegen, haben keinerlei Tradition und gehen auf die eigene Theologie und Mutmaßungen zurück. Es handelt sich um eine echte Außenseitermeinung, die sehr umstritten ist & von einer religiösen Gruppierung kommt, die oft genug ihre Fehlbarkeit unter Beweis gestellt hat. Trotzdem sondert sie sich mit dieser Theologie von anderen christlichen Kirchen ab und verurteilt sie.
Wer sich benimmt, als ob er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und dann eine Übersetzung abliefert, wie das obige Beispiel aus Römer 10, wird von mir nicht Ernst genommen. Sorry, liebe Zeugen. Es bleibt beim 1:1.
Sollte man das tatsächlich "nur" aus Respekt tun, wäre ich versucht, hier wieder einen Punkt für Jahwe zu vergeben. Da ich der katholischen Kirche nach ihrer Vorgehensweise bei den ganzen Fällen von Kindesmissbrauch nicht mehr traue und nicht weiß, ob es sich hierbei evtl. nur um eine "Sprachregelung" handelt, vergebe ich keinen Punkt. Denke, dass íst fair und versöhnt die mitlesenden Zeugen Jehovas, die wegen dem letzten Punkt noch verstimmt sind. Also immer noch 1:1.
Was auch immer dabei herauskäme. In dieser Lösung sollten Sie sich sich noch nicht allzu sehr sonnen. Jedenfalls nicht, solange Sie nicht die Frage beantworten können, was die folgenden Worte gemeinsam haben:
Wenn ich Sie nun aufklären würde, dass Sie gerade dreimal das gleiche Wort gelesen haben. So etwa wie sagen, sagte, gesagt, Sagender. Würde Sie das motivieren, die Hebräisch-Lektion 4 durchzuarbeiten? Sollten Sie danach noch eine eigene Meinung haben, dürfen Sie aufhören zu lesen.
Schauen wir uns doch mal ein paar hebräische Worte an, um zu verstehen, wie ein Hebräer denkt. Fangen wir mal mit einem Wort an, das schon in den deutschen Sprachschatz übergegangen ist:
Das Wort כשר (Koscher, gesprochen Kooscher) kennen Sie sicher: "Das ist mir nicht ganz Koscher." Koscher bedeutet soviel wie "rein sein". Wenn Sie sich das Gesetz im 3. Mose ansehen, werden Sie mit diesem Ausdruck relativ häufig konfrontiert. Und Koscher ist nichts anderes, als das Partizip von כשר (Kaschar = er ist rein).
Was auch immer die Autoren meines Hebräisch-Buches geritten hat — das erste Wort, mit dem wir deklinieren lernten, war das Wort קטל (qatal = töten, er hat getötet). Die Normalform qatal ist die dritte Person Singular = er hat getötet.
Sie lernen hier jetzt ein echtes hebräisches Wort. Für mich ist es ein Wunder, dass jemand eine solche Sprache wirklich sprechen kann. Aber Hebräer denken so. Überlegen Sie mal, wie unterschiedlich diese Worte nun klingen:
Qatal – Jiqtol – Hoqtal - Qatul – alles das gleiche Wort. So wie Sagen, Gesagt, Sagender. Wären Sie in der Lage, das QTL aus diesen Worten herauszuhören? Würden wir ein anderes Verb nehmen — bspw. פעל (pa'al = machen, tun) – hätten wir die gleichen Formen Pa'al – Jip'ol – Hop'al – Pa'ul.
Wirklich traurig, aber die griechischen Schriften bis zum 3. nachchristlichen Jahrhundert sahen etwa so aus:
βλα βλαβλα βλα βλα βλα יהוה βλα βλα βλαβλα βλα
Man hat also zwischen griechisches Blabla das Tetragramm in hebräischen Buchstaben geschrieben. So kam es sogar zu dem Missverständnis, dass der Gottesname Pipi lauten könnte, weil ein hebräisches יהוה dem griechischen Πιπι (Pipi) ähnelt.
Teilweise wird יהוה auch mit κυριος (kyrios = Herr) oder Θεος (Theos = Gott) übertragen.
Naja. Aber einen kleinen Lichtblick gibts noch.
Das griechische Alphabet ist unserem sehr ähnlich, mit einigen wenigen Besonderheiten:
Folgende Schreibweisen des Gottesnamens kommen in verschiedenen Schriften vor:
Und? Ist das nun ein Beweis für Jahwe? In meinen Augen nicht – wir stochern doch nur im Dunklen. Es bleibt beim 0:0.
- Sanchuniathon schreibet Jevo;
- Diodorus aus Sicilien, Macrobius, Clemens Alexandrinus, der heilige Hieronymus und Origenes, Jao;
- die Samaritaner, Epiphanius, Theodoretus, Jahe oder Jave;
- Ludwig Cappel lieset Javoh;
- Drusius, Jahve;
- Hottinger, Jehva;
- Mercerus, Jehovah;
- Castellio, Jovah;
- le Clerc, Jawoh, oder Javoh.
Wir tappen im Dunklen. Dunkler gehts gar nicht mehr. Also hören wir hier mit 0:0 auf und versuchen einen anderen Ansatz.
Wenn wir schon nicht beweisen können, welcher Name richtig ist. Vielleicht können wir wenigstens noch einen Namen ausschließen, der falsch ist. Fangen wir gleich an. Das wird ein Spaß...
Aber Moment mal. Zweimal der gleiche Anfangsbuchstabe bei Adonaj und Elohim. Und das eine Wort beginnt mit A und das andere mit E?
Auch wenn das hebräische Alefbeth erst mal ähnlich klingt אבגדהוץ (bgdhwz) = 'bcgdhwz unsere Probleme fangen schon beim ersten Buchstaben an, dem Alef א. Und wir nehmen auch gleich das Ajin ע hinzu, weil es genauso funktioniert.
Das Alef א- ursprünglich ein Kuhkopf (Kuh = hebr. Elef) — wurde übrigens Vorlage für das griechische Alpha und kam so als A auch in unser Alfabet.
Haben Sie auch schon mal beeenden statt beenden gelesen. Warum schreiben wir im Deutschen nicht einfach be'enden? Genau dies macht א und ע. Der Hebräer würde beאenden schreiben.
Alef und Ajin haben also keinen Laut.
Außerdem kann ein hebräisches Wort nicht mit einem Vokal beginnen. Ein Wort wie Elohim muss also immer durch ein Alef oder ein Ajin eingeleitet werden: אלהים (Elohim).
Hebräisch hat keine Vokale. Das Thema hatten wir schon. Nun wollte man die Schrift so lassen, wie sie war. Aber man musste trotzdem irgendwie Vokale hinzufügen, um die korrekte Aussprache der Nachwelt zu erhalten.
Darum fügte man winzige Punkte und Striche der hebräischen Schrift hinzu — hauptsächlich über oder unter den normalen hebräischen Buchstaben. Durch diese Punkte und Striche – die Interpunktion – wurden nun Vokale dargestellt.
Wir kennen ja bereits die beiden Worte אדני (Adonaj) und אלהים (Elohim). Mit Interpunktion sehen sie so aus:
So nahm man die Vokalzeichen von אֲדֹנָי (Adonaj = Herr) und אֱלֹהִים (Elohim = Gott) und fügte sie dem Gottesnamen יהוה (JHWH) hinzu. Damit verband man vorrangig das Ziel, den Gottesnamen nun nicht mehr aussprechen zu können.
Man hat den יהוה hauptsächlich mit den Vokalen von Adonaj versehen: JaHoWaH. Wie bitte? Sie dachten, man sagt Jehova? Um das wieder zu verstehen, schauen wir uns das mal groß an:
אֲדֹנָי אֱלֹהִים יְהֹוָה ←
Da man Hebräisch von rechts nach links liest, steht hier also Adonaj Elohim J'howa = Herr Gott Jehova.
Adonaj und Elohim beginnen mit einem Alef א, das selbst keinen Laut hat. Steht darunter ein kleiner Strich, spricht man ein kurzes A. Stehen darunter drei kleine Punkte im Dreieck, spricht man ein E oder Ä.
Aber Moment, da sind jeweils noch zwei Punkte... Richtig! Diese beiden Punkte bedeuten, dass die Vokale sehr kurz – kaum hörbar – ausgesprochen werden. In unserer Schrift evtl. Elllohim und Adddonaj. Diese Laute A+E werden aber nur deshalb eingesetzt, weil es sich um den ersten Buchstaben handelt und ein Wort ja nun mit irgendeinem Laut beginnen muss.
Sobald man nun aber JHWH mit einem solchen Ultrakurzlaut vokalisiert, fällt dessen A oder E weg, denn das Wort beginnt ja schon mit J. So wurde das kaum hörbare Anfangs-A aus JaHoWaH zu einem nichtklingenden Vokal. Sie sehen, nur die beiden Punkte wurden nach יְהֹוָה (J'howah) übernommen.
Also J'HoWaH. Da wir in unserem Alfabet keinen nichtklingenden Vokal haben, wurde daraus JeHoWaH, weil es dem Klang von J'HoWaH am nächsten kommt.
שלום (Schalom) ist ein schönes Wort. So wie ich es hier schreibe, steht es auf den meisten Kettchen zum Umhängen. Wem fällt etwas auf?
Vier Buchstaben. Wer genau nachrechnet, wird feststellen, eigentlich bräuchten wir doch nur drei: SCH-L-M. Welcher Bösewicht hat sich hier also eingeschlichen? Der Bösewicht heißt Waw und ist der schmalste dieser vier Buchstaben. Aber was wollen wir mit einem W in Schalom?
Manchmal ist das Leben eben ohne Vokale doch nicht so einfach :-) Darum können einige hebräische Buchstaben auch für Vokale stehen. Das Waw kann entweder ein W oder ein O oder ein U sein. Unser Waw steht in diesem Fall für ein O. So liest der Hebräer hier also SCH-L-O-M und weiß dann, dann dies Schalom heißt.
Diese Version, Vokale in die Schrift einzubauen, ist älter als die Interpunktion und wurde schon zu alttestamentlicher Zeit verwendet.
Fügt man die Interpunktion hinzu, sieht Schalom so aus:
שָלוֹם (Schalom)
Mit der Interpunktion kann man genau festlegen, ob hier ein W, ein O oder ein U gelesen werden soll. Steht ein kleiner Punkt direkt über dem Waw, dann ist das Waw ein O.
Was tun also die Spammer? Sie "tarnen" das Wort Viagra. Sie schreiben nicht Viagra, sondern V1agra oder Vi4gra oder \/iagra oder V14Gr4 oder Via6ra oder V|Agra oder wie auch immer.
Die Hebräer haben etwas ganz ähnliches gemacht, wie diese Spammer. Sie machten das Wort unleserlich.
Stellen Sie sich vor, Sie lebten in der damaligen Kultur und wollten auf keinen Fall den Namen Gottes aussprechen. Selbst wenn Sie müde wären, würden Sie bei dem Wort J3h0v4 ins Grübeln kommen. Genau dies machen die Hebräer, nur eben auf ihre Weise.
יְהוָֹה יְהֹוָה
Eine hebräische Schreibregel verbietet zwei Vokale hintereinander. So etwas wie au, eu, ei kennt der Hebräer nicht. Auch bekannte alttestamentliche Namen schreibt der Hebräer mit Zwischenkonsonant. Erinnern Sie sich an Alef א und Ajin ע aus Lektion 5?
יְהֹוָה = J'howa
יְהוָֹה = J'hoa
Steht der Punkt zwischen He und Waw הֹוָ, fügen wir dazwischen ein O ein und lesen J'HoWa.
Steht der Punkt jedoch direkt über dem Waw הוָֹ, wird das Waw zum O. Das kleine T darunter ist langes A: "OA". Wir müssten also J'HOA lesen. Und genau dies geht im Hebräischen nicht, weil zwei Vokale aneinander stehen würden.
Und so finden wir in den frühmittelalterlichen Texten nicht die grüne Jehowa-Variante. Nein, dort steht der Punkt über dem Waw. Der Gottesname in den frühmittelalterlichen Schriften ist absichtlich falsch geschrieben und unleserlich. Genau wie J3h0v4.
Selbst die Zeugen Jehovas räumen irgendwo in ihrer Literatur ein, dass der Name Gottes evtl. doch so nicht gelautet haben könnte. Aber das spielt keine Rolle. Besser einen falschen Namen als gar keinen Namen. Das mag ich so an den Zeugen. Sie sind so — flexibel.
Unser Freund Raymundes war es wohl, der den unlesbaren Namen יְהוָֹה lesbar gemacht hat. Er erfand wohl das Wort "Iehovah" in einer seiner Übersetzungen. Und wenn einer mal den Anfang gemacht hat, folgen andere gern. So feierte das Wort Iehovah Einzug in die Welt der damaligen Theologen und hielt sich bis heute nahezu unverändert. Bravo, Raymundus!
Haben Sie irgendein ernstzunehmendes Argument für den Namen Jahwe gelesen? Lesen Sie nochmal meine Seite. Suchen Sie mal im Internet danach. Das Wort Jahwe ist in meinen Augen genausowenig bezeugt, wie das Wort Jehova.
Keiner weiß, wie dieser Name Gottes wirklich gelautet hat. Wer meine Seite liest, wird nun wirklich nicht den Eindruck haben, dass ich den Zeugen Jehovas auch nur der geringsten Weise nahestehe. Im Gegenteil. Ich kriege schon Plaque, wenn ich nur Jehova höre.
Trotzdem, liebe Jahwe-Befürworter. Zum Jehova-Name mag ich hier eine nette Geschichte erzählt haben. Alle Fakten, die ich hier aufführe, habe ich so sorgfältig, wie ich konnte zusammengetragen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Jehova wirklich die ursprüngliche Form des Gottesnamens ist. Alles sieht nach diesem J3h0v4-Missverständnis aus.
Ich persönlich stehe mehr auf das Wort Jahwe. Klingt irgendwie viel "schöner" und nicht so sektiererisch. Das ändert aber nichts daran, dass die Argumente für die Aussprache "Jahwe" ebenfalls sehr windig sind. Wenn ich noch welche finde. Oder – Wink mit dem Zaunpfahl – Sie mir welche schicken, ergänze ich aber gern meine Webseite.
Bis dahin gilt...
Wir haben gerade gelernt, dass die Aussprache des Gottesnamens wirklich unklar ist. Ich bin versucht, auf die Lektion 4 zu verweisen. Aber ich habe noch eine vorbereitete Lektion, die bisher keine Verwendung gefunden hat. Nennen wir sie mal 4A. Danach schauen wir weiter.
Das hebräische Wort בית (Bajith) kennen Sie nicht? Natürlich kennen Sie es! Denken Sie nach! Denken Sie ... hebräisch!
Bajit ist nur die korrekte Aussprache, wenn dieses Wort allein steht: Ich bin im Haus. Sie kennen dieses Wort allerdings als Komposita:
Nagut. Das war nicht ganz einfach. Nach einer hebräischen Schreibregel kann ein Jod zum E werden. Das ist hier geschehen (siehe Lektion 9).
Melech bedeutet König. Nun haben wir es mit alttestamentlichen Namen nicht ganz leicht. Sicher kennen Sie das Problem von Ruth: Na'omi, No'omi, Ne'omi, Na'emi, Na'omi. Alles der gleiche Name — je nach Übersetzung unterschiedlich.
In 1. Mose 14,19 ist in meiner Elberfelder jedenfalls die Rede von einem Melchisedek. Ich hätte מלך־צדך (Malki-Zedek) geschrieben, was soviel heißt wie: "König der Gerechtigkeit".
Ich spare mir hier auch die hebräischen Buchstaben. Was ich sagen will: König = Melech. Das gleiche Wort als Komposita spricht man dann מלך (Malki) aus und es wird genau gleich geschrieben, wie Melech.
Ja, kann man. Diese beiden Beispiele werden immer von Bajith zu Beth und von Melech zu Malki. Aber im Prinzip ahnen wir doch alle eines: die Vokale sind im Hebräischen tatsächlich unwichtiger als bei uns.
Nach dem, was wir bis jetzt über die hebräische Sprache gelernt haben: Würde ein solcher Gott sich missverstanden fühlen, weil man einen falschen Vokal einsetzen würde? Nehmen wir den worst case an:
Nehmen wir an, Gottes Name lautet יָהְוֶה (Jah'weh),
... aber die Zeugen nennen ihn יְהֹוָה (J'howah)
Nach allem, was wir nun über die hebräische Sprache wissen, was meinen Sie? Seien Sie ehrlich. Ich bin auch kein Zeuge Jehova. Sie denken das, was ich denke, oder?
Lassen Sie mich noch einen draufsetzen.
Noch mehr?
Und um die Sache abzuschießen.
Darf ich meine Frage nun nochmal stellen: Würde ein solcher Gott sich missverstanden fühlen, weil man einen falschen Vokal einsetzen würde?
Petrus ist lateinisch. Wir haben davon Peter abgeleitet. Meines Wissens nach, hat dieses Wort im Lateinischen keine Bedeutung.
Die Autoren des Neuen Testament nennen ihn Πετρος (Petros). Und Πετρος hat im Griechischen sehr wohl eine Bedeutung. Es bedeutet "Stein".
Wir kennen aus dem Neuen Testament aber noch einen anderen Namen für Petrus: Kephas und dieses Wort kommt von כיפא (Kefa = Stein).
Das heißt:
Petrus = Πετρος (Petros) = כיפא (Kefa) = Stein
Wenn Petrus also heute Abend zu Ihnen zum Essen kommen würde, wollte er von Ihnen wahrscheinlich nicht mit dem Wort Petrus, sondern mit der Bedeutung "Stein" angesprochen werden. Ist das ungewohnt?
Ich war selbst bibeltreuer Christ. Und ich habe selbst die Zeugen Jehovas wegen ihrer Beharrlichkeit auf diesen falsch ausgesprochenen Gottesnamen belächelt. An der Stelle mit der Aussprache – muss ich sagen – habe ich ihnen Unrecht getan.
Wir haben uns nun Folgendes angesehen:
Mein Fazit: In meinen Augen ist nichts so egal, wie die Aussprache dieses Gottesnamens. Wenn Sie die Zeugen Jehovas wegen der Verwendung des angeblich falschen Gottesnamens so belächelt haben, wie ich es getan habe, liegen Sie falsch. Jehova mag auf einen Schreibfehler zurückgehen. Aber das belegt noch lange nicht, dass Jahwe wirklich richtig ist. Theoretisch könnte Jahwe noch viel falscher klingen. Wir wissen es nicht. Niemand weiß es.
Wichtig: Dies betrifft nur die Aussprache des Gottesnamens. Von dem restlichen Bohai, das die Zeugen um diesen Namen veranstalten, distanziere ich mich hier ausdrücklich.
Übrigens bin ich von dem Ergebnis am Ende dieser Seite genauso überrascht, wie Sie. Aufgrund meines früheren bibeltreuen Hintergrundes, wollte hier eigentlich belegen, dass der Name richtig Jahwe gelautet hat.
Gott hat Himmel und Erde geschaffen, er hat Israel aus Ägypten befreit. Manche glauben, dass er auch dafür verantwortlich ist, dass es Israel heute wieder gibt. Leider hat er uns seinen Namen nicht erhalten. Ein allmächtiger Gott, der seinen Namen 6000-7000 Mal in ein heiliges Buch schreibt und ihn dann in Vergessenheit geraten lässt. Entweder hat er sehr viel Humor, oder er existiert nicht.
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| JHWH, Jahwe, Jehova - der Name Gottes | Danke | 1 | 2010-08-30 10:37:14 |
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