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Diese Bibelstelle wollen wir uns mal genauer betrachten, denn in bibeltreuen Kreisen ist diese Stelle die Mitte des Evangeliums. In einem Vers ist alles gesagt, was wichtig ist. Quasi die Quintessenz des Christentums auf den Punkt gebracht.
Und für alle Hobby-Webmaster: Schaut euch mal das Standardpasswort von Typo3 an. Nur so. Ihr seht, Frommen sind überall :-)Johannes 3,16 - die Mitte des Evangeliums:
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle die an ihn glauben das ewige Leben erhalten und nicht verloren gehen.
Klingt ja auf das erste Hören soweit super. Denkt man kurz darüber nach, fallen mir ein paar Dinge auf:
Die theologisch korrekte Antwort wäre nun, dass Gott ein Gesetz aufgestellt hat und es jetzt auch selbst halten muss (3. Mose 6,17ff). Vergessen wir nicht, dass im Alten Testament zur Sündenvergebung noch Tiere geopfert werden mussten. Jesus war quasi das letzte Opferlamm.
Aber Gott ist doch allmächtig. Hätte er die Sache nicht auch einfach so geradebügeln können?
Wenn mir von einem so konsequenten Gott erzählt wird, fällt mir sofort der arme Usa ein, der die Bundeslade auffangen wollte, als sie drohte umzustürzen (2. Samuel 6). Gott brachte ihn sofort um. Keiner kommt Gott ungestraft zu nah.
Jemand will helfen - Gott bringt ihn um. Das ist super-konsequent und erweckt den Eindruck, als ob Gott nicht anders könnte, als konsequent zu sein. Sobald jedoch einer seiner Superhelden involviert ist, zeigt er sich außergewöhnlich kompromissbereit:
Wechseln wir zu David. Er begeht nicht nur Ehebruch. Nein, er versucht ihn auch noch zu vertuschen und schreckt nicht mal davor zurück, den Mann dieser Frau quasi umbringen zu lassen (2. Samuel 11).
Gibt es einen Auslegungsspielraum? Nein. Zweimal Todesstrafe. Außerdem zweimal gegen die zehn Gebote verstoßen. Und noch versucht, die Sache zu vertuschen. Da ist sicher kein Raum mehr für Auslegungen vorhanden.
Und wer ist nun gestorben? Nein, nicht David. Der liebende Gott begnadigt David und murkst einfach das Kind ab (2. Samuel 12,14).
Ein unschuldiges Kind gegen das Leben von David. Das ist Rumpelstilzchen-Niveau. Da kann mir doch keiner sagen, dass dieser Gott sich in irgendeiner Weise an sein Geschwätz von gestern gebunden fühlen würde.
Kommen wir zurück zu Jesus. Was genau hat Gott denn nun - in seiner Liebe für die Welt - geopfert? Er hat seinen Sohn gegeben und ihn auf bestialische Weise am Kreuz abschlachten lassen. Diese Geschichte kennen wir alle.
Übrigens ein so grausamer Tod, dass die ersten Chisten sich ganz bestimmt kein Kreuz um den Hals gehängt hätten. Sie verwendeten lieber den Jesus-Fisch oder andere Zeichen. Oder würden Sie sich einen elektrischen Stuhl um den Hals hängen wollen?
Was tat Gott nach dem Tod Jesu? Er hat ihn wieder zum Leben erweckt. Zumindest beschreibt dies die Bibel und ich frage mich: wo ist das Opfer?
Mal eine herausfordernde Frage. Wenn ich in der Zeit vor Jesus mein Kaninchen für meine Sünden totgequält hätte und würde es danach irgendwie wiederbeleben. Hätte der alttestamentliche Gott sowas akzeptiert? Ganz sicher nicht.
Warum gab Gott seinen Sohn? Würde ein guter Vater seinen Sohn opfern? Nein, bitte mal keine frommen Ausflüchte an dieser Stelle. Würden Sie als Vater Ihren Sohn opfern, um irgendein obskures (selbst aufgestelltes) Gesetz zu erfüllen?
Wenn schon ein Opfer, wäre es nicht viel naheliegender, sich selbst zu opfern und den Sohn so zu briefen, dass er danach alles in Ihrem Sinn in die Wege leitet?
Das ist alles, was mir dazu einfällt. Was ist denn genau passiert?
Gott hat sich irgendwann dazu hinreißen lassen, Menschen und Tiere zu verfluchen (Genesis 3,14ff). Gut. Spätestens bei David sehen wir, dass er sich sowieso über alles was er sagte jederzeit hinwegsetzt, wenn ihm das sinnvoll erscheint.
Dann opfert er Jesus - der er ja irgendwie auch selbst ist (Dreieinigkeit) - und erweckt ihn danach gleich wieder zum Leben. Wenn es mal ein Opfer gab, dann gibt es spätestens mit Jesu-Auferstehung keins mehr. Ich hätte mal sehen wollen, was dieser Gott macht, wenn jemand in der Mose-Zeit den Leviten die übergebenen Opfertiere wieder stiehlt.
Er foltert seinen Sohn für seine eigene Hitzköpfigkeit, die er ja im Alten Testament immer wieder unter Beweis stellt.
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| Johannes 3,16 | Gott = Christus Sapere_Aude | 8 |
2011-10-08 01:28 jo |
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