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Nehmen wir einmal an, Sie fahren zu einem umstrittenen Vortrag oder einem umstrittenenen Redner. Zu meiner Zeit konnte das z. B. das Thema "Die Frau in der Gemeinde" sein (darf sie reden, lehren, predigen, Älteste werden). Oder damals war auch der Toronto-Segen sehr aktuell (lachen, weinen, umfallen im Geist).
Aber sicher wissen Sie selbst am besten ein umstrittenes Thema in Ihrer Glaubensrichtung.
Mit etwas gemischten Gefühlen fahren Sie mit dem Auto los. Auf dem Weg ereignet sich eine Panne. Was denken Sie?
Sind wir doch ehrlich. Eine ähnliche Situation hat sicher jeder Christ einmal erlebt. Vielleicht ging es nicht um eine Autopanne. Aber die meisten Christen haben bereits versucht, Zeichen zu interpretieren und im übertragenen Sinn Kaffeesatz zu lesen.
Ich oute mich gern damit, dass ich solche Situationen immer wieder mal erlebt habe.
Könnte es vielleicht sein, dass weder Satan noch Gott in Ihre Panne involviert sind? Sie hätten vielleicht einfach Ihr Auto wieder einmal in Inspektion bringen sollen? Könnte es sein, dass einfach alles nur dumm gelaufen ist?
Sie hätten dann die Freiheit, so zu handeln, wie es Ihnen beliebt. Sie könnten auf den Vortrag pfeifen und sich erst mal um das wichtigere Thema – Ihr Auto – kümmern.
Aber was, wenn tatsächlich Satan dahintersteckt. Dann möchte Gott vielleicht sogar, dass Sie das Auto am Straßenrand stehen lassen & per Anhalter zum Vortrag fahren.
Aber was, wenn Gott dahintersteckt. Vielleicht will er, dass Sie sich mit dem kompletten Thema nicht mehr beschäftigen. Vielleicht ìst es sogar nicht nur ein Zeichen, sondern eine Strafe, dass Ihr Auto eine Panne hat.
Ich denke, dass ich die Probleme beim Interpretieren von Zeichen ausreichend detailliert dargestellt habe.
Bedeutet das nun, dass wir solche Dinge beim Suchen des Willens Gottes ausblenden dürfen? Natürlich heißt es das nicht. In der Bibel wurden immer wieder Zeichen interpretiert.
Die Bibel lässt Sie mit diesem Problem allein. Es gibt keine Lösung dafür.
Sie werden immer wieder damit konfrontiert werden, dass Leute solche Zeichen deuten und darauf bestehen, damit Recht zu haben. Denken Sie nur an Peter aus meinem Eingangs-Beispiel.
Diese Leute haben – wenn Sie mit der Bibel argumentieren – weder Recht noch Unrecht. Gott hat in der Bibel jeden noch so unlogischen Weg beschritten, um Leuten etwas mitzuteilen. Mit Logik kommen Sie nicht weiter.
Das ist eine super Idee. Aber was, wenn Ihr Pastor falsch liegt? Hat Paulus nicht gesagt: "Die Frau schweige in der Gemeinde"? Wenn Ihr Pastor das nicht durchsetzt, handelt er dann nicht gegen Gott? Ist es dann nicht Ihre Pflicht, dies aufzudecken, indem Sie einen Vortrag bei einem anderen Pastor besuchen, um sich zu informieren?
Wie lautet die eigentliche Frage? In meinen Augen lautet die Frage: Gibt es Gott?
Wenn es Gott gibt, dann kann er auf jede noch so merkwürdige Art seinen Willen kundtun und wir täten gut daran, unser Bestes zu geben, diesen Willen zu erkennen. Gibt es ihn allerdings nicht, dann leben wir ein Leben nach Zufallsprinzip, wenn wir nach Zeichen in unserem Umfeld suchen.
Sie kennen das Thema dieser Webseite. Es lautet: warum ich nicht mehr gläubig bin.
Ich habe ein Leben nach Zufallsprinip geführt. Durch ein paar unglücklich aufeinandertreffende Umstände geriet ich in einen Strudel aus Zeicheninterpretation, tiefer Verunsicherung und Entscheidungsunfähigkeit. Und das alles, weil ich meinem Gott auf die nur best erdenklichste Weise dienen wollte.
Als ich Anfang 1998 meinen Glauben aufgab, empfand ich eine große Freiheit: die Freiheit, selbst wieder Entscheidungen zu treffen. Auch die Freiheit, wieder falsche Entscheidungen zu treffen. Ich habe seitdem viele falsche Entscheidungen getroffen. Aber es waren meine Entscheidungen. Kein Kaffeesatz lesen mehr, keine Verunsicherung mehr. Maximal musste ich die Konsequenzen falscher Entscheidungen tragen, daraus lernen und fertig.
Wenn Sie sich durch diesen Abschnitt angesprochen fühlen, dann machen Sie sich klar: Wenn Sie Zeichen interpretieren, dann können Sie genauso gut würfeln. Gerade Zahl heißt ja, Ungerade nein. Sie leben dann nicht, sondern Sie werden gelebt durch einen Zufallsgenerator.
Lassen Sie sich nicht von einem nicht existierenden Gott am Leben hindern. Spielen Sie nicht Mensch-ärgere-dich-nicht mit Ihrem Leben. Sie haben nur eins!
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