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Soweit es mich betrifft, hätten Sie mich mit dieser Webseite wahrscheinlich nicht überzeugen können. Sie hätten damit aber einen Denkprozess ausgelöst, der jedoch mehrere Jahre gegährt hätte. Dadurch, dass es diese Webseite Anfang der 90er noch nicht gab, waren es bei mir ein paar Jahre mehr. Mir mussten diese Dinge erst auffallen, ich musste sie dann zunächst als komisch und dann als kritisch bewerten. Dann erst lief das Fass über. Ob dies bei der Person, die Sie im Auge haben, ähnlich funktionieren wird — damit sollten Sie nicht rechnen. Wer sich in seiner Gemeinde wohlfühlt, ist logischen Argumenten gegenüber kaum aufgeschlossen. Oder anders ausgedrückt: wer sich von Gott geliebt fühlt, lässt sich von seiner Nicht-Existenz mit logischen Argumenten nur schwer überzeugen.
Es macht sicher Sinn, sich zu informieren, Kontakt zu halten + wenn es hart kommt da zu sein. Machen Sie sich bewusst, dass jemand, der gern aussteigen will auch mit seinem Stolz zu kämpfen hat. Allzu engagierte Diskussionen können dazu führen, dass es demjenigen peinlich ist, seinen Irrweg zuzugeben. Mir war es unendlich unangenehm, vor meinen Eltern und auch einigen Freunden zugeben zu müssen, dass ich jahrelang ein Phantom gejagt habe.
Heute hätte ich damit kein Problem mehr. Aber damals – als ich sowieso genug Probleme damit hatte, mein Leben neu zu ordnen – war dies nochmal eine zusätzliche Hürde. Ich war damals völlig weltfremd. Es ist für mich heute unfassbar, wie weit ich mich vom "normalen" Leben verabschiedet hatte. Ich hatte fast schon Angst davor. Rechnen Sie damit, dass die Person, die Sie im Auge haben, ähnliches durchmacht und sich mit Dingen neu anfreunden muss, die für Sie völlig normal sind.
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