Mit Christen argumentieren? Von Logik, Glaube und Gefühl

Soweit es mich betrifft, hättest du mich mit dieser Webseite wahrscheinlich nicht überzeugen können. Du hättest damit aber einen Denkprozess ausgelöst, der aber nicht zu einer schnellen Lösung geführt hätte. Bei mir hat es mehrere Jahre gegährt.

Dadurch, dass es diese Webseite Anfang der 90er noch nicht gab, waren es bei mir ein paar Jahre mehr. Mir mussten diese Dinge erst auffallen, ich musste sie dann zunächst als merkwürdig und dann als kritisch bewerten. Dann erst lief das Fass über. Ob dies bei der Person, die du im Auge hast, ähnlich funktionieren wird - damit solltest du nicht rechnen.

Wer sich in seiner Gemeinde wohlfühlt, ist logischen Argumenten gegenüber kaum aufgeschlossen. Oder anders ausgedrückt: wer sich von Gott geliebt fühlt, lässt sich von seiner Nicht-Existenz mit logischen Argumenten nur schwer überzeugen.

Was kannst du tun? Nicht viel!

Es macht sicher Sinn, sich zu informieren, Kontakt zu halten und wenn es hart kommt da zu sein. Mach dir aber  bewusst, dass jemand, der gern aussteigen will, auch mit seinem Stolz zu kämpfen hat. Allzu engagierte Diskussionen können dazu führen, dass es demjenigen peinlich ist, seinen Irrweg zuzugeben. Mir war es unendlich unangenehm, vor meinen Eltern und auch einigen Freunden zugeben zu müssen, dass ich jahrelang ein Phantom gejagt habe.

Heute hätte ich damit kein Problem mehr. Aber damals - als ich sowieso genug Probleme damit hatte, mein Leben neu zu ordnen - war dies nochmal eine zusätzliche Hürde. Ich war damals völlig weltfremd. Es ist für mich heute unfassbar, wie weit ich mich vom "normalen" Leben verabschiedet hatte. Ich hatte fast schon Angst davor. Rechne  damit, dass die Person, die du  im Auge hast, ähnliches durchmacht und sich mit Dingen neu anfreunden muss, die für dich völlig normal sind.

Das einzige, was ich empfehlen kann, ist also:

Man kann einen Christen nicht "überzeugen". Das muss er selbst tun.




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