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Dies ist schon eine der krasseren Theologien. Zumindest war sie das für mich immer. Sie klingt zwar irgendwie "romantisch". Aber es fallen einem sofort einige Dinge ein, die zumindest ein Störgefühl auslösen, wenn man sich das vorstellt.
Doch bevor wir hier richtig anfangen, ein Wort an die Sieben-Tage-Hardliner: Der Bibel-Gott ist offenbar nicht so der große Rechen-Künstler. Bevor Sie nun vollmundig das verteidigen, was dasteht, werfen Sie bitte einen Blick darauf, wie gut Ihr Gott wirklich rechnen kann und rufen Sie sich in Erinnerung, dass wir zwei verschiedene Geschlechtsregister haben. Hätten wir nur eins, wäre es für Sie ganz klar die echte Jesus-Abstammung. Da wir nun zwei verschiedene haben, müssen Sie improvieren.
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie Sie es hinbekommen auf der einen Seite die Sieben-Tage-Erschaffung zu glauben und die Geschlechtsregister-Nummer umzuinterpretieren. Aber letztlich müssen Sie selbst wissen, was Sie glauben wollen.
Die Frage taucht eigentlich regelmäßig auf, wenn man darüber diskutiert, dass die Welt in sieben Tagen erschaffen worden sein soll. Irgendwie passen die archäologischen Funde allerdings nicht so richig ins Bild.
Da werden Gesteinsschichten auf ein Alter von mehreren Millionen Jahren datiert. Aber was vor allem ein etwas störendes Gefühl erzeugt, sind diese Dinosaurier-Knochen.
Angeblich hat Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen. Dann müssten ja die Dinosaurier mit den Menschen zusammen gelebt haben. Nach Meinung einiger besonders Frommen taten sie das auch.
Irgendwo in Hiob 40 + 41 ist vom Behemot und vom Levitian die Rede. Groß und stark waren sie. Alles andere ist unbekannt. Klar, dass sich die konservativsten Frommen nun darauf stürzen und laut aufschreien: "Seht ihr, von den Dinosauriern steht schon was in der Bibel".
Ok. Das kann ernstnehmen wer will. Ich hätte nicht mal ein Problem damit, wenn jemand behauptet, das Ungeheuer von Loch Ness sei ein übriggebliebener Plesiosaurus. Aber selbst wenn das so wäre, dann wäre es eben ein übriggebliebener.
Nun aber hinzugehen, und Behemot und Levitian zu Dinosauriern zu erklären und daraus abzuleiten, dass sie - ganz klar - mit den Menschen zusammengelebt haben. Das ist doch wirklich Unsinn. Versetzen wir uns doch mal 4000 Jahre in die Vergangenheit. Warum schreibt Abraham nichts darüber, dass er von Dinos angegriffen wurde. Oder Mose.
Es gab kein Problem mit Dinosauriern in der Bibel, eben weil es damals keine (mehr) gab. Dass es sie gab, das steht doch - angesichts der vielen Knochenfunde - wirklich außer Frage. Nun sind die Archäologen nicht fromm, aber deswegen davon auszugehen, dass sie völlig falsch liegen mit ihren Zeitberechnungen und Schlussfolgerungen, ist doch auch abwegig.
Wenn in einer bestimmten Tiefe in einer Erdschicht nur Dinosaurierknochen, aber keine Menschenknochen gefunden werden. Und in anderen Schichten nur Menschenknochen, aber keine Dinosaurierknochen. Und wenn dies sich weltweit so darstellt - dann habe ich zumindest keinen Zweifel daran, dass diese beiden Wesen nicht zusammengelebt haben. Wieviel Zeit auch immer zwischen ihnen liegen mag.
Ich erinnere mich an eine interessante Diskussion an meiner Bibelschule: Die Sterne am Nachhimmel sind Sonnen, die sehr weit entfernt sind. Wer erinnert sich an die Maßeinheit? Richtig: Lichtjahre.
Wir reden hier allerdings nicht von ein paar Lichtjahren. Der nächste Stern zur Erde ist schon 4,3 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das bedeutet: das Licht braucht 4,3 Jahre um von diesem Stern zur Erde zu kommen. Es kann sein, dass er heute zur Supernova wird. Aber für uns würde er noch 4,3 Jahre leuchten, bis das Licht für uns ausgeht. In Wirklichkeit würde er nicht mehr leuchten. Nur sein Licht von gestern ist eben noch auf dem Weg zu uns. Daran ändert es auch nichts, wenn es heute ausgehen mag. Das Licht von gestern kommt trotzdem irgendwann bei uns an.
Nun gibt es aber andere Sterne, die ein paar Millionen Lichtjahre entfernt sind. Wie genau verträgt sich das nun mit der Schöpfungstheorie. Wenn die Erde nur ein paar tausend Jahre alt ist, wir aber Lichter von Sternen sehen, die ein paar Millionen Lichtjahre entfernt sind, dann dürften diese Sterne erst in ein paar Millionen Jahren am Sternenhimmel erscheinen. Wir sehen sie aber heute schon. Wie dumm.
Wir hatten im Fach systhematische Theologie, in dem man sich über solche Dinge Gedanken macht, einen Physiker (soweit ich mich erinnere). Er kam nicht auf den Gedanken, die Entfernung zu den Sternen anzuzweifeln. Das will ich mal dazuschreiben, weil dies das erste Gegenargument sein könnte, dass jemandem einfällt.
Nein. Seine Theorie war, dass Gott das Licht - einschließlich dem Licht, das schon auf dem Weg ist - mit erschuf.
Das heißt: Gott schuf nicht nur die Sterne. Er sorgte auch dafür, dass sie auch sofort auf der Erde gesehen werden und nicht erst in ein paar Millionen Jahren.
Ob das wirklich naheliegend ist, darf jeder selbst beurteilen.
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