Impressum
Datenschutz

Die Logik der Synoptiker ...

Synopse bedeutet so etwas wie „zusammen sehen“. Man verwendet den Begriff auch heute noch bei Gegenüberstellungen von Texten. Zum Beispiel bei Gesetzesänderungen: links den alten und rechts daneben den neuen Text, damit man auf einen Blick die Änderungen erkennen kann.

Im Bezug auf die Bibel gibt es den Begriff der Synoptiker. Damit sind Matthäus, Markus und Lukas gemeint, die in weiten Teilen ihrer Texte von gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Vorkommnissen berichten.

Ein paar Fakten aus Wikipedia:

Und genau hier gibt es ein Problem, denn die Berichte sind zwar ähnlich, aber gleich sind sie dann doch nicht.

Mal íst die Anzahl der Geheilten unterschiedlich, mal ist es die Anzahl der ausgetriebenen Geister. In irgendeiner böswilligen Publikation habe ich mal gelesen, dass Matthäus gegenüber Markus immer noch einen draufgelegt hat. Matthäus wollte einen „Super-Jesus“.

Ob das stimmt, soll jeder selbst bewerten. Aber ich möchte mir hier einen Querverweis zum Thema Prophetie gestatten. Denn wie ich an anderer Stelle bereits berichtet habe, ist mir Matthäus durch einen sehr kreativen Umgang mit alttestamentlichen Bibelstellen als Bestätigung für Jesus als Messias aufgefallen.

Aber zurück zu den Berichten der Synoptiker. Ich gebe hier bewusst keine Belegstelle an, denn es gibt viele Stellen und man sollte auch ein paar davon lesen, um sich ein Bild zu machen. In den gängigen Bibeln finden sich bei den einzelnen Begebenheiten Verweise auf jeweils vergleichbare Geschichten der übrigen Synoptiker.

Wem dies zu aufwändig ist, der findet in der nächsten christlichen Buchhandlung eine Evangelien-Synopse. Das ist ein großes Buch, in dem die Evangelien der Synoptiker Spaltenweise nebeneinander stehen. So kann man auf einen Blick sehen, bei wem welche Story noch vorkommt und findet auch ohne große Schwierigkeiten die Unterschiede.

Nun hat jeder beim vergleichen dieser Geschichten eine persönliche Schmerzgrenze. Natürlich kann man damit argumentieren, dass ähnliche aber eben verschiedene Begebenheiten beschrieben werden. Dagegen spicht allerdings, dass viele der Stories sogar in der gleichen Reihenfolge aufgeführt sind. Es wäre doch ein sehr großer Zufall, wenn die Synoptiker von völlig verschiedenen Begebenheiten berichten würden, die zueinander große Ähnlichkeiten aufweisen und dann noch in der gleichen Reihenfolge hintereinander stehen.

Bei einem Geschichtsbuch hätte ich damit kein Problem. Aber für ein Buch, das die Autorität haben soll, Wiederheirat zu verbieten, Schwule auszugrenzen und das im Prinzip fordert, diesen Glauben bei Anfeindungen bis in den Tod zu bekennen, finde ich hier für meine Erwartungen nicht genug „Unfehlbarkeit“. Eher das Gegenteil.

Kommentare zu »Synoptiker «

Login

Registrieren!
Seite Thema Antworten Letzter Eintrag