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Das Wort Sekte ist bei uns recht negativ belegt. Wer von Sekten spricht, denkt schnell an Gehirnwäsche und an Berichte von Psychokulten, deren Anhänger sich irgendwann kollektiv das Leben nehmen, weil sie auf eine neue Persönlichkeitsstufe aufsteigen möchten.
Hinein kommt man schneller, als man denkt. Heraus findet man nicht ganz so leicht und steht sich dabei oft genug selbst im Weg. Hier finden Sie Hinweise sowohl für Aussteiger, für Möchte-Gern-Aussteiger, aber auch für andere Menschen, die sich Sorgen um einen Freund oder Verwandten machen.
Eine Sekte ist meistens "böse". Wir verbinden mit ihr, dass sie ihre Mitglieder meist wissentlich falsch informiert, einer Gehirnwäsche unterzieht und sie finanziell ausnutzt. Manche denken dabei an eine Kirche mit englischem Namen. Ich hatte allerdings niemals irgendwelche Berührungspunkte mit dieser Gruppierung und möchte dies darum rein als subjektiven persönlichen Eindruck verstanden wissen.
Aber mal ganz offen gefragt: gibt es auch "gute" Sekten? Sind die Mormonen wirklich schlecht, nur weil das Wort "Mormone" so komisch klingt? Ich als Christ war außerordentlich überrascht, als mir ein Freund 1996 von deren inneren Strukturen erzählte. Und ich schreibe ganz offen: von einigen Dingen hätten wir christlichen Gemeinden uns eine Scheibe abschneiden können.
Sind die Zeugen Jehovas schlecht? Die Menschen aus dieser Gruppierung, die bei mir 1995 und 1996 auf dem Sofa saßen, waren bodenständig und bestimmt nicht weniger weltfremd, als ich es auch war. Ich war außerordentlich positiv überrascht von ihnen.
Ich glaube heute, dass der Unterschied zwischen guter und böser Sekte fließend ist. Es mag religiöse Sondergemeinschaften geben, die ihre Mitglieder ausnutzen. Es gibt aber auch Arbeitgeber, die dies tun. Es gibt Sekten, die ihren Mitgliedern merkwürdige Dinge abverlangen. Das tun mache Vereine aber auch.
Was ist denn eigentlich "normal"? Ist es das, was alle tun? Was tun denn alle?
Ich kam im Lauf meines Christenlebens zu dem Ergebnis, dass selbst die Mitgliedschaft in einer "schlechten" Sekte für eine Person positiv sein kann. Es ist so etwa, wie im Film Matrix. Wem es in der Matrix gutgeht, der lebt möglicherweise in einer lebenslangen Traumwelt besser, als in der Realität.
Welche Pille hättest du geschluckt? Wirklich die rote? Wozu? Um in einer kaputten, hässlichen Wirklichkeit mit ekligem glibberigen Essen zu leben? Wirklich?
Wenn du dir eine Sekte von außen ansiehst, kommen dir alle darin "gefangenen" Personen wie fehlgeleitete Individuen vor, die dringend befreit werden müssen. Tatsache ist aber, dass es diesen "Opfern" möglicherweise besser geht, als dir selbst. Schon mal darüber nachgedacht?
Wenn du diesen Abschnitt hier liest, weil du jemandem beim Sektenausstieg helfen möchtest, solltest du dies unbedingt berücksichtigen. Lies den Abschnitt "Was haben Christen, das wir nicht haben", falls du es noch nicht getan hast.
Stell dir vor, dass dein Mann die Diagnose Alzheimer erhält. Ich habe erlebt, wie meine Hauskreisleiterin auf eine Teilzeitstelle zurückgegangen ist, um einer Frau unserer Gemeinde zu helfen, ihren alzheimerkranken Mann zu pflegen, bis er schließlich - Jahre später - starb.
Mir selbst haben Menschen beim Umzug geholfen, die ich nur einmal vorher sah.
Ich weiß von sehr engagierten Leuten, die Drogensüchtige von der Straße holten. In einem kleinen Dorf im Westerwald lebt sogar eine Familie in einem Bauernhaus, die ständig fünf ehemals Drogensüchtige betreut und ihnen hilft, ein neues Leben zu beginnen. Nach einigen Jahren haben diese Menschen eine Ausbildung, eine Zukunft und sind clean. Damals - Stand 1995 - unterhielt ich mich mit dem Vater (Leiter kann man ja schlecht sagen). Etwa 50 % springen ab. Aber alle die durchhalten, sind danach resozialisiert, haben eine Ausbildung und werden nicht mehr straffällig. Es gab keinen einzigen Rückfall. Und dies im Namen Jesu.
Wenn man Sekten beurteilen möchte - vor allem als Außenstehender - sollte man unbedingt wissen, dass die Mitgliedschaft in einer religiösen Sondergemeinschaft auch Stabilität und Hilfe bieten kann.
Wenn wir also beurteilen möchten, ob eine Sekte nun gut oder böse ist, funktioniert das nur, wenn man sich die Situation des "Sektenopfers" ansieht.
Ich selbst wäre an meinem Ausstieg aus dem christlichen Glauben beinah zerbrochen. Mein Ausstieg geht mir bis heute nach. Es gibt Tage, da würde ich mich am liebsten wieder in die Matrix einstöpseln lassen. Es ist mitunter "schön", einer Religion anzugehören.
Bisher redete ich nur von Sekten. Nun plötzlich komme ich zu Kirchen. Meine christliche Karriere begann ich in einer Landeskirche. Meine Bibelschule war überkonfessionell und staatlich gefördert. Ich bekam Bafög. Ich war also durchaus nicht in einer skurilen abgedrehten Glaubensgemeinschaft, sondern befand mich innerhalb staatlich anerkannter und geförderter Grenzen.
Ich glaube nicht, dass irgend ein Gemeinde-, Jugend- oder Bibelschulleiter nur ein fianzielles Interesse an mir hatte. Alle diese Menschen achtete und schätzte ich sehr. Viele achte ich heute noch, einige nicht mehr.
Nach meiner heutigen Ansicht befand ich mich in einer Sekte. Ganz gleich, ob sich diese Sekte nun Kirche nennt und staatlich anerkannt war. Darum werde ich beim Begriff Sekte bleiben.
Ich glaube, dass alle Sekten, Psychokulte, Glaubensgemeinschaften und Kirchen sowohl gute als auch schlechte Auswirkungen auf einen Menschen haben können. Der Begriff Sekte ist insofern für mich irreführend.
Ob eine Sekte nun gut oder schlecht ist, hängt nicht nur an deren Struktur und deren Führungspersonen. Es hängt meiner Ansicht nach vor allem am Sektenmitglied selbst. Die gleiche Sekte kann auf den einen eine positive und auf einen anderen eine negative Wirkung haben. Es ist sogar möglich - wie bei mir - dass sie einige Jahre lang eine ausgesprochen positive Wirkung enfaltet, die dann jedoch irgendwann ins negative zu kippen beginnt.
Eine solche Entwicklung ist besonders tückisch, denn gerade bei mir war es so, dass mir Christen 1990 - 1992 sehr halfen und mir ein echtes gemütliches Zuhause boten, in dem ich mich entfalten konnte und viele neue Freunde fand.
Wenn man durch seine Sekte oder Kirche sehr positive Erfahrungen gemacht hat, fällt der Ausstieg umso schwerer, denn wie soll man einen Weg als falsch erkennen, wenn einem dieser Weg doch zu einem früheren Zeitpunkt einmal viel gebracht hat. Dieser Prozess - positive Auswirkungen der Vergangenheit von negativen in der Zukunft zu trennen - dauerte bei mir relativ lang.
Möchtest du aus deiner Religion aussteigen? Oder bist du nicht so sicher? Am besten beginnst du mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Dabei berücksichtigst du aber bitte auch deine damalige Situation beim Eintritt in die Sekte und die heutige Situation. Und du wagst eine Zukunftsprognose - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Glaubensgemeinschaft: "Wie wird mein Leben in einem Jahr aussehen, wie in drei, fünf oder zehn Jahren?"
Ein Medikament, das dir vor 10 Jahren half, kann dich heute schädigen, wenn du es immer noch einnimmst. Rede dir deinen Glauben nicht schöner als er ist, aber auch nicht schlechter.
Was genau sind die Gründe für deinen Ausstieg?
Und stell dir auch die Fragen:
In meinen Augen schadet es nicht, sich ein paar Notizen zu machen oder vielleicht sogar Tagebuch zu führen. Aber Vorsicht. Ein Tagebuch verleitet dazu, sich seinen Frust von der Seele zu schreiben. Das ist durchaus mal ok und unproblematisch, wenn es gelegentlich passiert.
Ich jedoch verbrachte viele Abende damit, meine Situation hin- und her zu analysieren und mich nach meinem Ausstieg richtiggehend in meinen Frust hineinzusteigern. Ich begann 1993 mit dem Tagebuchschreiben kurz vor der Bibelschule. 1998 kurz nach meinem Ausstieg musste ich damit aufhören, weil ich feststellte, dass es mich herunterzog, statt mir zu helfen.
Ein Tagebuch ist hilfreich, um sich über einen gewissen Zeitraum selbst zu beobachten und später ein Dokument zu haben, aus dem man klar ablesen kann, welche Gründe man denn zum Ausstieg hatte. Insbesondere dann sind diese Notizen wichtig, wenn man später diese Entscheidung in Frage stellt. Erinnerungen allein sind trügerisch. Wir Menschen neigen dazu, negative Dinge zu vergessen und uns die Vergangenheit schöner vorzustellen als sie wirklich war.
Aber pass auf, dass du nicht nächtelang Tagebuch schreibst, schriftlich "rumheulst" und dich selbst bemitleidest. Sowas ist wenig hilfreich. Du steigerst dich nur immer tiefer in deinen Ärger, deinen Frust und deine Verletzungen hinein. Das hilft keinem.
Gibt es "Beweise" für deinen Glauben. Dinge, die dich bisher davon überzeugt hatten, an deinem Glauben festzuhalten?
Hinterfrage diese Dinge. Sicher gab es auch Gegenbeweise, aber die hattest du bisher geflissentlich ignoriert. Wie kommst du darauf, so genannte Beweise als wichtig anzusehen und Gegenbeweise zu ignorieren? Beschäftige dich damit und checke die Fakten!
Ein gutes Beispiel für solch einen Faktencheck ist diese Webseite hier. All das, was hier widersprüchliches zum christlichen Glauben zu finden ist, war mein persönlicher Faktencheck. All das hatte ich über Jahre weggeblendet, nicht sehen wollen oder wegdiskutiert.
Nun darfst du endlich mal zweifeln. Schreibe auf, was dir schon seit Jahren komisch an Ihrem Glauben vorkommt! Und lass endlich mal den Satz zu: "Das kann doch so gar nicht wahr sein!"
Gehirn einschalten. Du darfst das. Dafür ist es da!
Wer z. B. wie ich den christlichen Glauben lebt, der macht auch Erfahrungen mit seinem Gott. Einige hält man für besonders wichtig und predigt sie sich dann bei Zweifeln immer wieder selbst vor. Selbstverständlich habe auch ich solche Erfahrungen gemacht.
Komischerweise lässt man dabei aber außer Acht, dass man auch "schlechte" Erfahrungen gemacht hat. Doch die vergisst man und entschuldigt sie. Redet von "Gottes Zeitplan" und dass Gott ja viel besser weiß, was für uns gut ist.
Entlarve das als gefährlichen einseitigen Blödsinn! Das Leben ist voller Zufälle. Manche Leute gewinnen im Lotto - ganz ohne Gott. Andere stürzen trotz Gott mit dem Flugzeug ab oder werden ein tragischer Alzheimer-Pflegefall wie weiter oben beschrieben.
Das ganze Leben ist voller Zufälle. Höre auf, positive Zufälle als Eingreifen Gottes uminterpretieren zu wollen. Lied evtl. den Abschnitt über den Willen Gottes auf dieser Webseite durch. Höre auf, im übertragenen Sinn, Kaffeesatz lesen zu wollen.
Nicht jedes Mal, wenn jemand nett zu dir war, ist das gleich ein Engel Gottes. Kennst du den Ausdruck "dumm gelaufen" ? Wenn dir nun einmal das Gegenteil passiert, dann nimm es einfach mal als "gut gelaufen"! Das Leben besteht auch aus positiven Zufällen! Wirklich!
Ich befand ja jetzt "nur" in einer christlichen Kirche, aber 1998 war ich völlig weltfremd. Weltliche Freundschaften hatte ich lange schon nicht mehr gepflegt, weil sie für mich irgendwie kompliziert waren. Das rächte sich nun.
Auf keinen Fall darfst du nun zuhause bleiben und dich selbst bemitleiden. Sei aufmerksam. Erstelle eine Liste von Dingen, die dich interessieren. Schau in Zeitungen und Stadtmagazinen nach Veranstaltungen, auf denen du möglichst Leute kennenlernen kannst.
Wichtig ist nun, möglichst schnell unter Menschen kommen. Wenn es dein Glaubensgemeinschaft erlaubt, dass du deine "alten" Freunde behälst, dann behalte sie. Aber suche schnell nach neuen Bekanntschaften außerhalb der Sekte.
Ich bin damals relativ erfolglos in Discos oder Kneipen gegangen. Davon würde ich eher abraten. Am besten lernt man Menschen kennen, wenn man mit Ihnen in irgendeiner Weise "zusammenarbeitet" (z. B. Sport treibt oder gemeinsam etwas lernt).
Ich fand interessante neue Kontakte über eine Tanzschule oder über einen Inline-Skate-Kurs (damals 1998 war das noch aktueller als heute :-) Auch die Volkshochschule kann helfen.
Besonders hilfreich sind aber nun auch die "frommen" Kontakte aus deiner Sekte, die du bisher möglicherweise nicht so richtig ernst genommen hast, weil sie es mit ihrem Glauben nicht so genaunahmen. Diese Leute haben nämlich noch ein "weltliches" Leben. Schau dir an, was sie so treiben und lass sich inspirieren.
Evtl. findest du so sogar neue Freunde, denn diesen "Halbfrommen" warst du möglicherweise früher etwas zu abgedreht. Nachdem du mit diesem übermotivierten Ausleben Ihres Glaubens gescheitert bist, bist du möglicherweise plötzlich ein willkommener Gesprächspartner.
Wer bist du? Was antwortest du, wenn andere Sie fragen: "Und was machst du so?"
Du wirst sicher nicht jedem beim ersten Kontakt deine Geschichte erzählen wollen. Ich hatte Angst vor der Frage: "Und was machst du so?"
So sagte ich, dass für mich nach vielen Jahren ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat. Dadurch musste ich nicht lügen und die Leute glaubten, ich habe mich von einer langjährigen Beziehung getrennt. Das kann jeder nachvollziehen und niemand schaut Sie dann schief an.
Wenn es zuviel wird, suche nach professioneller Hilfe bei einem Psychologen. Erwarte allerdings nicht, dass der mit dem Finger deine Probleme wegschnippst. Dein Hauptproblem besteht daran, sich neue Ziele zu setzen, neue Freunde zu finden und sich selbst neu zu definieren. Das braucht Zeit.
Gib dir Zeit und verurteilen dich nicht, wenn Dinge nicht gleich auf Anhieb funktionieren. Und mach dir vor allem bewusst, dass du einen sehr mutigen Schritt gegangen bist. Höre dir auf keinen Fall irgendwelche Verurteilungen alter "Freunde" an.
Wer kein Verständnis für deine Situation hat, den wirfst du vorübergehend aus deinem Leben hinaus. Du musst dich nicht verurteilen lassen, von Menschen, die nicht so mutig sind wie du.
Ich stellte fest, dass ich selbst ein Glaubensvorbild für andere war. Nachdem mein Glaube nun zusammenbrach, bekamen die ein Problem. Und das versuchten sie dadurch zu lösen, dass sie mir Druck machten, an meinem Glauben festzuhalten. Durchschau so etwas!
Ebenso gibt es Menschen, die sich nun an dich dranzuhängen versuchen oder das schon immer getan haben. Du hast genug Probleme mit dir selbst, du brauchst nicht noch die von anderen.
In der Bibel steht: "Steine sammeln hat seine Zeit, Steine werfen hat seine Zeit." Zur Zeit sammelst du. Um die Problemkinder dieser Welt müssen sich nun einmal andere kümmern. Es ist völlig ok, wenn du ihnen das genauso sagst.
Seinen Glauben aufzugeben ist nicht das gleiche, wie mit dem Tennisspielen aufzuhören. Eine religiöse Überzeugung ist etwas, das außergewöhnlich tiefsitzt. Ein Glaube ist kein Hobby und dadurch auch nicht durch ein Hobby ersetzbar. Du wirst möglicherweise lebenslang einen freien Raum in Ihrem Herzen spüren, dort, wo einmal dein Glaube war. Das ist der Preis dafür, dass du nun in der Wahrheit lebst.
Möglicherweise öffnest du dich nun für andere Formen des Übersinnlichen. Ich würde das nicht empfehlen. Du bist nun mit Übersinnlichem genug gescheitert. Tappe nicht gleich in die nächste Falle.
Solltest du früher die Verantwortung deines Lebens an Ihren Gott oder eine andere übersinnliche Macht outgesourct haben, dann achte jetzt besonders darauf, sie nun behalten.
Falle nun bitte nicht auf den nächsten Schwachsinn herein. Es ist wichtig, dass du dein eigenen Entscheidungen triffst. Ich hatte mich so daran gewöhnt, meinen Gott zu befragen, dass ich fast schon Angst hatte, selbst etwas zu entscheiden. Unfassbar!
Triff deine Entscheidungen selbst. Schau kein Astro-TV, befrage keinen Kartenleger, Astrologen oder Wahrsager und suche dir keine neue Glaubensgemeinschaft.
Es ist nicht schlimm, Fehlentscheidungen zu treffen. Du darfst das! Fehlentscheidungen lassen sich korrigieren. Viel einfacher als Dinge, die dir irgendein Gott verkündet haben soll oder die durch irgendein Karma, Kismet, Schicksal, eine Sternkombination oder sonst irgendeinen Blödsinn festgeschrieben sein sollen.
Werde wieder Regisseur in deinem eigenen Leben! Gib die Verantwortung nicht ab!
Wenn du dich neu auf die Welt um Sie einlassen möchten, stehst du dir evtl. durch alte liebgewonnene aber unsinnige Moralvorstellungen und Werte im Weg. Mach dir deine Situation nicht schwerer, als sie eh schon ist.
Überprüfe dein Leben auf überflüssig gewordene Werte und Moralvorstellungen. Du bist nun frei. Du darfst alles tun, was du möchtest. Nutze diese Freiheit! Verurteile dich nicht selbst, wenn du dir nun wieder Dinge gestattest, die aus Sicht ehemaliger Glaubensgenossen möglicherweise als anstößig angesehen werden könnten.
Du bist nun frei und niemandem deiner alten Freunde zur Rechenschaft verpflichtet. Rechenschaft hätte früher nur Ihr Gott von dir gefordert. Den gibt es nun nicht mehr. Du bist nun der Boss in deinem Leben!
Mein größtes Problem bei meinem Ausstieg war es, dass ich isoliert war. Das ist heute durch das Internet viel einfacher geworden. Suche dir Gleichgesinnte! Entdecke die Tatsache, dass du nicht unnormal bist! Tu dich mit anderen zusammen!
Mein letzter Tipp! Du musst mit jemandem reden. Suche dir Menschen, die dir zuhören und Sie wenigstens ansatzweise verstehen (oder es wenigstens versuchen). Das tut zum einen für das persönliche Wohlbefinden gut, aber auch dem persönlichen moralischen Kompass. Ich habe ja schon weiter oben über moralische Werte gesprochen. Wenn du mit anderen Menschen redest, gewöhnst du dich langsam wieder an "normale" Wertvorstellungen.
Insbesondere wenn du ein sehr aktives Gewissen habst, ist es hilfreich, wenn dir jemand mal eindeutig sein völliges Unverständnis gegenüber deinen alten verborten Werten bekundet. Das hilft. Glaub mir :-)
Mit diesen Gedanken möchte ich diese Seite mal abschließen. Wenn du selbst betroffen bist, wünsche ich dir viel Erfolg. Geh deinen Weg und beiße dich durch. Es lohnt sich!
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