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Es gab einmal einen König, der gern selbst Gold herstellen wollte. Er ließ einen seiner Wissenschaftler rufen und gab ihm den Auftrag, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem man Gold erzeugen kann.
Der Wissenschaftler hatte zunächst keinen Erfolg. Darauf hin ließ der König ihn in sein Labor einsperren. Nun konnte er nichts mehr anderes tun als forschen. Trotzdem hatte er keinen Erfolg.
Der König wurde sauer und setzte ihm eine Frist. Wenn er bis in einem Monat kein Verfahren gefunden hätte, würde sein Kopf rollen.
Einen Tag vor Ablauf der Frist hatte der Wissenschaftler die Formel. Der König war begeistert, als er ihm davon erzählte. Der Wissenschaftler beschrieb seinem König genau die Zutaten, die in einem großen Topf verkocht werden mussten.
Der König wollte sich sofort ans Werk machen. "Eins noch ..." sagte der Wissenschaftler: "Ihr müsst die Masse ständig rühren und dürft dabei auf keinen Fall an einen Elefanten denken. Sonst funktioniert es nicht!"
Der Wissenschaftler behielt seinen Kopf.
Aber worauf will ich ich eigentlich hinaus?
Wenn es jemandem unter euch an Weisheit benötigt, soll er Gott bitten, der jedem gern gibt und niemanden schilt; dann wird sie ihm gegeben werden.
Super! Und jetzt der Elefant:
Er soll aber im Glauben bitten und nicht zweiflen; denn wer zweifelt, ist wie eine Meereswoge, die vom Wind getrieben und bewegt wird.
So ein Mensch soll nicht denken, dass er etwas vom Herrn empfangen wird.
Als Bibelschüler hatte ich natürlich ein besonderes Interesse am Willen Gottes. Ich habe ganze Lieder geschrieben, halbe Nächte durchgebetet und tagelang gefastet, um herauszufinden, was mein Gott denn in bestimmten Situationen von mir wollte.
Wenn ich diese Sache von meinen privaten Wünschen löse, bleibt ein großes Feld, um das sich dieser Gott eigentlich dringend Gedanken machen müsste: Verschiedene Theologien, die ganze Gemeinden voneinander trennen.
Wie reagieren Sie denn in Ihrer evangelikalen Gemeinde, wenn neben Ihnen plötzlich jemand beginnt, laut in Zungen zu beten oder nach vorn geht und sagt: "Ich habe einen Eindruck..."?
Wie reagieren Sie denn in Ihrer Baptisten-Gemeinde, wenn ein ehemaliger Landeskirchler Mitglied werden will + sagt: "Kindertaufe finde ich zwar nicht gut, aber ich bin nun mal als Kind getauft. Zweimal taufen geht in meinen Augen nicht."?
Wie reagieren Sie denn als Frau, wenn man Ihnen den Mund unter Berufung auf die Bibel verbieten möchte?
Und wie reagieren Sie denn als Charismat, wenn Ihnen ein evangelikaler darlegt, dass Ihr Umgang mit Zungenrede und Prophetie nicht korekt ist? Oder dass das, was in den 90ern als Toronto-Segen bekannt wurde, vom Satan kommt?
Mein Problem war möglicherweise in nahezu allen Gemeindearten Kontakte gehabt zu haben. Und mehr als einmal habe ich von wirklich entschiedenen und sonst vorbildlichen Christen die Verteufelung von andersdenkenden ebenso entschiedenen Christen erlebt. Christen, die ganz sicher ihren Gott gefragt haben und sich sicher waren, das richtige zu denken.
Nun — welche Seite ist denn nun verstockt? Die Charismaten, die Evangelikalen, die Leute, die Frauen predigen lassen, diejenigen die Kinder taufen oder diejenigen, die gegenüber 14jährigen einen solchen Druck aufbauen, dass sie auch nicht anders können, als sich taufen zu lassen? Sind es diejenigen, die beim Beten umfallen, in Zungen oder prophetisch reden. Oder sind es diejenigen, die das nicht tun und stattdessen ganze Kapitel der Bibel ignorieren oder die Bibel als das Vollkommene definieren und damit erklären, dass es keine Geistesgaben mehr geben kann (1. Kor. 13, 10)?
Sind es diejenigen, deren Frauen beim Beten Kopftücher tragen müssen oder keine Hosen tragen dürfen? Oder diejenigen, die ständig Heilungsgottesdienste durchführen und vorn groß mit Erfolgen pralen, während ich niemals anwesend war, wenn jemand auch nur ansatzweise geheilt wurde? Oder die, die dem Papst glauben. Oder was auch immer.
Man hört hier immer wieder, dass sich die Christen in den Grundsätzen einig wären. Das mag theoretisch so sein. Praktisch habe ich viel zu viele Zerfleischungspredigten gehört. Dass das unvollkommene Menschen sind, ist mir schon klar. Ich frage auch nicht nach den Menschen. Ich frage nach dem Gott, der dahintersteht. Wo íst er eigentlich?
Schließlich gibt es nur eine Lösung:
Warum mischt er sich nicht mal ein und sorgt für ein wenig Klarheit. Schließlich gehe ich davon aus, dass viele deswegen zu ihm beten. Und selbstverständlich gehe ich davon aus, dass auch diejenigen zu ihm gebetet haben, die ich hier in meinem Beispiel im Auge habe. Es ist ja so leicht, es einfach auf die unvollkommenen Menschen zu schieben. Was aber wenn diese unvollkommenen Menschen vorher gebetet haben und sich nun sicher sind, Gottes so genannten Willen zu verkünden, wenn sie andersdenkende Glaubensgeschwister quasi in die Ecke des Gegners schieben.
Wenn Gott hier scheinbar nicht führt, wie verträgt sich das mit der oben aufgeführten Bibelstelle zum Thema Weisheit?
Wenn er mir nicht mal bei solchen Dingen zur Seite steht, die ja für das Reich Gottes nicht unwichtig sind. Wir kann ich ernsthaft davon ausgehen, in privaten Fragen von Ihm einen Rat zu erhalten? Oder haben Sie Gott noch nie in einer privaten Sache um Führung gebeten?
Hier stimmt was nicht. Das ist alles, was ich dazu sagen kann.
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