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Glaubensausstieg: Wenn Sie anderen helfen möchten ...

Wer seine Religion aufgibt, verliert viel.

Und rechnen Sie damit, dass ein Ausstiegswilliger sehr viel Zeit in seiner Gemeinde verbracht hat. Mit dem Ausstieg verliert er nicht nur seinen Glauben, sondern auch einige Freunde und einen Teil seiner Freizeitbeschäftigung und Identität. Ich machte damals in der Gemeinde Musik, spielte Theater, hielt Bibelkreise & war jemand, den man um Rat fragte. Mit einem auf den anderen Tag, war dies alles weg. Viele Freunde blieben mir erhalten. Aber über was unterhalten sich wohl gläubige Freunde? Natürlich über den Glauben. Und so wird Ihr ausstiegswilliger Freund nach seinem Ausstieg nicht mehr mitreden können. Die Kontakte schlafen ein oder werden für beide Seiten kompliziert — bis auf wenige Ausnahmen. Diskussionen sind an der Tagesordnung, die eigentl. beide Seiten nicht wollen, die sich aber einfach sο ergeben und ebenso fruchtlos wie nervig sind.

Sie werden also nicht mehr tun können, als zuzusehen. Soweit es christliche Gemeinden betrifft, habe ich sicher einige sehr fragwürdige Dinge erlebt. Allerdings sind christliche Gemeinden keine Psychosekten, deren Mitglieder sich irgendwann kollektiv das Leben nehmen. Man kann in einer christlichen Gemeinde auch sehr glücklich sein. Ich war das auch — streckenweise :-)

Begeben Sie sich in eine Warteposition und versuchen Sie Ihren Freund zu verstehen. Jeder hat das Recht, seine eigenen Fehler zu machen. Ich lasse am bibeltreuen Christentum kein gutes Wort, wenn es um dessen Wahrheitsgehalt geht. Aber ich möchte zum Ende dieses Abschnitts auch klarstellen, dass es in einigen christlichen Gemeinden Dinge gibt, die ich bewundere, die ich toll finde, die mir fehlen und bei denen sich unsere Gesellschaft ein großes Stück abschneiden könnte. Nicht alles, was aus Unwahrheit entsteht, muss deswegen schlecht sein.

 

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