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Stellen Sie sich vor, Sie könnten eine Zeitreise machen. Sie reisen ein Jahr in die Zukunft und stellen fest, dass am 14. Mai nächsten Jahres ihr Wohnort durch ein Erdbeben völlig zerstört wird. Keine Überlebenden. Was tun Sie?
Richtig. Sie werden darauf aufmerksam machen.
Nehen wir an, man glaubt Ihnen nicht. Was tun Sie jetzt?
Sie werden alle Register ziehen. Ihnen wird egal sein, ob Sie sich blamieren. Und ihre Freunde werden Sie am Abend des 13. Mai notfalls an den Haaren aus ihrer Wohnung ziehen. Oder nicht? Ich würde dies zumindest tun.
Nun — was laut biblischer Lehre "bald" auf uns zukommt ist weit mehr, als ein Erdbeben. Wer bis zur Wiederkunft Jesu – und das könnte schon in einer Stunde sein – keine Entscheidung für ihn getroffen hat, wird nicht etwa tot sein, sondern von dem liebenden Gott an einen Ort, den man Hölle nennt, ewig verdammt – was etwa soviel bedeutet, wie ewig gequält – werden.
Wieviele Leute aus Ihrem Umfeld haben Sie denn entsprechend "informiert"? Nein, nein. Nicht mal kurz Zeugnis gegeben. Was ìst mit Ihrem Nachbarn gegenüber? Ihrem Kollegen, der Frau an der Kasse im Supermarkt? Wem haben Sie denn wirklich so aufmerksam gemacht, wie es der Tragik der "Ewigen Verdammnis" entspricht.
Als ich meinen frommen Freunden erzählte, dass ich meinen Glauben aufgeben werde, kamen im Prinzip sehr ähnliche Reaktionen:
Herunterspielen: "Das ist nur so eine Phase..."
Was mich zwar nicht wundert – weil ich selbst auch so reagiert habe – aber trotzdem zum Nachdenken anregen sollte, zeigt sich, wenn man nun weiterdenkt:
Wenn ich vom Glauben abfalle, bin ich lt. biblischer Lehre "verloren". Das bedeutet, ich komme an den Ort, den man Hölle nennt (was auch immer man sich darunter vorzustellen hat).
Das bedeutet, ich werde ewig getrennt von meinen Freunden sein + sie von mir (und soviel möchte ich noch sagen: es sind immer noch sehr gute Freunde).
Um beim Bild vom Erdbeben zu bleiben: ich wäre jemand, der im Erdbebengebiet zurückbleibt, weil ich nicht glauben will, dass etwas passiert.
Niemand redete auf mich ein. Stattdessen hörte ich hauptsächlich Sätze im Sinne von: "Du musst tun, was du für richtig hälst."
Um es klar zu sagen: ich stehe nicht auf aufdringliche Christen. Aber dass gute Freunde einen so einfach an die Hölle abgeben, kann ich eigentlich nicht glauben. Wäre eine greifbare Gefahr da, wie eben mein Beispielerdbeben, würden diese Menschen alles tun, um mich zu überzeugen, aber bei der Hölle...
Kann es sein, dass tatsächlich niemand meiner Freunde wirklich an eine Hölle glaubt? Kann es sein, dass sie es zwar glauben wollen und theoretisch auch irgendwie für wahr halten wollen, aber dass sie es eigentlich nicht tun?
Kann es sein, dass sich an solchen Beispielen, wie ich sie gerade brachte, der "innere" – der wirkliche – Glaube zeigt und es schafft, die christliche Fassade zu durchbrechen?
Ich bin fest davon überzeugt, dass nicht einer meiner Bekannten – kein einziger – wirklich an die Lehre von der ewigen Verdammnis glaubt.
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