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Ich hatte mich immer stark für andere Glaubensrichtungen interessiert und mich mit ihnen auseinandergesetzt. Ich wusste genau, warum ich Christ war. Ich wusste auch genau, warum ich kein Mormone war, warum ich kein Zeuge Jehovas war, kein Moslem war, und hatte mir auch die Lehren von anderen Glaubensrichtungen angesehen.
Wenn man sich von außen andere Glaubensrichtungen ansieht, fallen einem Ungereimtheiten auf. Man fragt sich, warum dies den Anhängern dieser Glaubensrichtungen nicht auffällt. Wenn man sich dann mit diesen Anhängern trifft und diese Dinge anspricht stellt man frustriert fest, dass sich dafür eigentlich niemand interessiert. Mitunter werden solche Ungereimtheiten einfach überlesen oder hingenommen.
1996 sprach ich sehr intensiv mit Zeugen Jehovas. Die waren selbst Schuld, schließlich klingelten sie bei mir & kamen mir gerade recht. Ich übersetzte kapitelweise Texte aus dem Neuen Testament. Ich will mich jetzt nicht zu sehr loben. Aber die Zeugen schienen schon etwas beeindruckt zu sein. Kann aber auch daran liegen, dass sie nicht so viele Leute treffen, die sich mit der Bibel auskennen und ihnen auch noch Kontra geben können. Sie kamen immer wieder.
Damals wurde eine besondere Lehre "geändert". Helleres Licht nennen es die Zeugen, wenn sich eine Lehrmeinng. ändert. Die Generatiοn von 1914 sollte noch die Widerkunft Jesu erleben. Erst 1996 gestand man sich ein: "Die Widerkunft Jesu kann man nicht berechnen".
Als mein Gegenüber nun wieder einen Vorstoß wagte, dass wir ja mit unseren verschiedenen Konfessionen alle etwas anderes glauben und das doch nicht sein kann, war es soweit. Ich zeigte dem Zeugen seinen eigenen Wachtturm und machte klar, dass die Zeugen seit um 1870 herum kollektiv das Falsche geglaubt hatten. Und natürlich hielt ich ihm die Änderungen der ZJ zum Thema Generation von 1914 alle vor. Davon gab es nämlich reichlich. Die Zeugen waren nämlich wahre Rechenkünstler, wenn es darum ging, zu berechnen, wann Jesus wiederkommen wird.
Ein tiefes Ausatmen verriet mir, dass dieser Zeuge mit seinem Latein am Ende war. Empfänglicher für meine Ansichten wurde er dadurch jedoch nicht. Damals verwirrte mich das noch. Später stellte ich fest, dass ich selbst genauso reagierte.
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